Deutschland ein Einwanderungsland?

Unter der Überschrift „Deutschland und die Willkommenskultur: Immer Wir?“ gibt es heute einen Artikel in den t-online Nachrichten. Die Kommentare auf der Seite sind schon so gefasst, das fast nur Plattheiten zu Stande kommen. Es geht wieder ein Geist in diesem Volke um oder hat er ihn nie verlassen? „Wann begreift die Politik endlich, dass die Bevölkerung nicht akzeptieren will, dass wir Einwanderungsland sein sollen.“ (Zitat)

Betrachten wir die Sache doch einmal mit etwas Ruhe. Es ist keine neue Tatsache, das mehr Deutsche das Land verlasen als neu Einreisen und nicht gleich wieder abgeschoben werden. Ich möchte noch hinzufügen, das es eine sehr große Dunkelziffer gibt, die sofort die Heimat verlassen würden, wenn sie es sich leisten könnten. Ich glaube, der größte Teil der gut ausgebildeten, arbeitslosen Facharbeiter hätte eine gute Chance im Ausland. Fehlendes Geld und oft mangelnde Fremdsprachenkenntnisse sind für manche der einzigste Grund sich die hiesigen Schikanen des Arbeitsamtes gefallen zu lassen. Zusätzlich haben wir in Europa einen nationalen Protektionismus festgeschrieben, das Sozialhilfeempfänger nur schwer innereuropäische Grenzen überschreiten können. Ich kann mir schlecht vorstellen, das es auf  längere Sicht für das Gemeinwohl billiger sein soll, gute Fachkräfte aus Indien in Deutschland einzubürgern, als vorhandene, arbeitslose, willige Bürger des Landes auszubilden. Oder liegt es vielleicht daran, das ausländische Fachkräfte bei uns noch schlechter bezahlt werden und rechtsloser sind, als wir?

Noch ein Kommentar der positiven Art:

„Ich bin Ausländer und ich kann nicht glauben was ich lese für Kommentaren, sie wandern in meine Heimat und wird viel besser angenommen als ich hier in Deutschland, und wissen sie was. Ich lebe nicht von der Stadt, bin 15 jr. selbstständig und meine kinder sind sehr gut in der Schule. Deutschland ist meine neue Heimat egal was gesagt wird uber mich als Ausländer.“ (Zitat)

Danke! sagt mike

Advertisements

Über muzungumike

Interesse an internationalen Ereignissen, die wenig oder keine Beachtung in der Medienwelt finden, z.B. reale Entwicklungshilfe, lustige Anekdoten, Länderkunde etc.
Galerie | Dieser Beitrag wurde unter Deutschland - Politik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Deutschland ein Einwanderungsland?

  1. mzungumike schreibt:

    @ Dr. Martin Bartonitz

    Lieber Martin, noch einen kleinen Satz zur Entschärfung, wie gesagt ich komme auch noch aus einer Gegend, wo die Arbeitslosigkeit mit am höchsten ist (Lausitz), ganz Regionen vergreisen, sterben aus und veröden. Ich arbeite in 150 km Entfernung, weil ich selbst als Gewerbetreibender in der Region keine Chance hätte. Das Problem fängt nicht erst im Bundestag an, es endet dort und sie müßten die Zeichen setzen, wir krempeln die Ärmel hoch. Ich sehe weder auf Landesebene noch im Bundestag eine Partei, die sich wirklich ernsthaft den Herausforderungen stellt, das ist bitter.
    Viele Grüße Mike

  2. mzungumike schreibt:

    Ich will nicht sagen, ich bin Selbststaendiger aus Widerwillen, es war und ist mein Los, 1995, mit 35 Jahren, Absolvernt einer Technikerfachschule, Beststudent, davor viele Jahre praktische Erfahrung in mehreren Berufen, zig Bewerbungen, keine Anstellung. Seitdem mehr schlecht als recht ohne Foerderung und Grundkapital selbstaendig. Ich will auch nicht sagen ich habe alles richtig und die andern alles …. gemacht
    Ich werfe dieser Politik Absicht vor. Mangel erzeugt Geschaeft, viel Mangel erzeugt viel……
    Von wegen zu wenig Arbeit, da fiele mir gleich sehr viel ein. z.B. Familienangehoerige gerecht entlohnen, wenn sie ihre Eltern pflegen und nicht in die Verwahrsterbehaeuser geben muessen, es ist billiger und humaner. Meine Mutter musste ich am Ende ins Seniorenheim geben, was sie nur noch ein knappes halbes Jahr ueberlebt hat. Aber dem steht die Pharma- und Architektenlobby und wer weiss, wer noch daran sich eine goldene Nase verdient, gegenueber.
    Zusammengehoerigkeitsgefuehl entsteht nicht im luftleeren-politischen Raum. Ich bin dabei Netzwerke zu schaffen, bin auch schon paar Mal auf die Nase gefallen. Das heisst aber sich auseinander zu setzen, heisst verhandeln, Vertraege mit Handschlag und in die Augen sehen zu machen, keine 25 Seiten Vertrag um sich nicht vertragen zu wollen und da gibt es keinen Herr Advokat.
    Ich habe keine Angst vor den Bedingungslosen Grundeinkommen. Nur ich lehne eine Bestechung oder wenn Du so willst eine Bevorzugung der arischen Rasse grundsaetzlich ab, weil die entgueltige Aufhebung aller noch vorhandenen Solidaritaet damit einher gehen wuerde. Schon wenn Du sagst, es koennte nur fuer Buerger der Gemeinschaft Deutschlands gelten, legst Du schon eine Bedingung fuer das BGE fest, warum nicht auch fuer Fanzosen, es sind doch auch Menschen aus Europa, wo wir doch jetzt alles Europaeer sind oder fuer Kenianer, sie sind doch auch Menschen unserer Welt oder etwa nicht? „Ein jeder ist fuer Toleranz, nur wenn’s drauf ankommt nicht so ganz.“ Ringelnatz
    Van Veen hat die Sache schon vorausgesehen und viele Jahre zuvor auf den Punkt gebracht. Er hat gesagt, „wir brauchen keine Atombomben, wir brauchen nur alle Ampeln auf Gruen schalten“ Diesen Zustand haben wir jetzt. Wenn Du schreibst es gibt zu wenig Arbeit, meinst Du Arbeit, die einen ertraeglichen also grossen Gewinn ohne grosse Muehe abwirft. Ich habe gelernt, nach der Wende wohl bemerkt, Wagnis und Gewinn eines Unternehmers ca 6-8% im Kalkulationsansatz fuer den Preis. Wenn sie heute 25% (DB), nach Steuern erzielen, haben sie ihre Arbeiter/Angestellten schlecht bezahlt und ihren Kunden noch ueber den Tisch gezogen. Das ist heute salonfaehig in der Zivilisation. Da muessen wir uns nicht wundern, wenn unser ehmaliger Bundeskanzler H.Sch. nach den 11.09.01 einen Gedankenblitz hatte und zu der Schlussfolgerung kommt, das dieser terroristische Akt ein Angriff auf die Zivilisation war. Nur haben wir seit dem ueberhaupt nicht hinterfragt, warum, geschweige etwas veraendert im Umgang mit der restlichen Welt. Mit Waffenlieferungen sind wir schnell, bringt ja Kohle, warum nicht gleich unsere Freiwilligen mitliefern, die verstehen wenigsten damit umzugehen und den guten von G. nicht gleich Kanzlerkandidat werden lassen, der Prinzessin Angela faellt doch so wie so nichts mehr ein und der koennte ja fast ein zweiter B. O. yes we can werden. Aber viele Versprechungen der humanitaeren Hilfe, z.B. Erdbeben Haiti sind wir nicht annaehernd nachgekommen. Wenn es was zu schaeffeln gibt sind wir schnell und hoeren schon das Gras wachsen. Wir und da meine ich uns Europaeer haben uns seit der Entdeckung Amerikas oder den Kreuzzuegen nicht einen Deut veraendert, was die Ausuebung der Macht betrifft, nur feiner sind die Methoden geworden. Denken kann man viel, die Gedanken sind frei. Aber selbst da ist man ja schon unterwegs, sie kontrollieren zu koennen. Soll ich Beweise liefern….? Es koennte ein schlechter Film sein, wenn es nicht real waere – Matrix sage ich da nur! Guten Abend das war die real Abendschau mike

  3. Dr. Martin Bartonitz schreibt:

    Lieber Michael.
    Ich bin mir sicher, dass so lange unsere Politik sich nicht um eine gute Ausbildung der Bürger kümmert, die gerne wollen aber nicht genommen werden, weil angeblich die Kompetenzen fehlen, und wir deshalb noch eine so hohe Arbeitslosigkeit herrscht, wird es kein Verständnis geben, wenn ausgebildete Neubürger herbei geholt werden sollen.
    Ok, es gäbe da auch noch einen anderen Ansatz, der bei einer Gesellschaft mit Zusammengehörigkeitsgefühl funktioniert:
    Da es zu wenig Arbeit gibt, wird die vorhandene Arbeit auf alle gleichermaßen verteilt, d.h. jeder Arbeitende gibt etwas ab, so dass nun alle ihren Erwerb sichern können.
    Und dann gibt es natürlich auch noch den Aspekt des Bedingungslosen Einkommens, zu dem Du Angst hast, dass damit ein Flut von Einwanderung initiiert würde. Aber wie ich schon auf meinem Blog geantwortet habe: dieses Einkommen könnte nur für Bürger der Gemeinschaft Deutschland ausgegeben werden. Aber wenn Jeder sein Auskommen hat, wäre die Akzeptanz für eine gemäßigte Einwanderungsquote, die uns nicht überfordert durchaus denkbar.

Kommentare sind geschlossen.