Bürger wählt den eigenen Weg

Ich hatte das Thema voriges Jahr schon einmal begonnen, es nicht zum Zeitpunkt fertig bekommen und dann nicht mehr für so wichtig, so kurz vor dem Jahreswechsel, erachtet, so schwer gewichtige Dinge aufzugreifen.

Nun wie es der Nichtzufall will, hatte ich in den letzten Tagen eine länger als gewollt und überaus heftige Diskussion meinerseits zum Thema „Bedingungsloses Bürgergeld“ und bürgerliche Selbstverantwortung, Dr. Martin Bartonitz möge meine Hitzigkeit verzeihen. Aber ich bin Sportler und das war eine Herausforderung. Da war es wieder das Thema, was mich seit Jahren umtreibt.

Nach dem das Thema mit dem Geld von Geburtswegen auf kam, wandte ich mich an einen seiner Mitbegründungsdenker und stellte nur höflich, vor Respekt nach oben schauend, einige Fragen. Keine Antwort. Ich wollte mich nicht an den kommunalen Wahlen beteiligen und hatte mit dem Bürgermeister meines Heimatortes eine Kneipendiskussion über falsch verstandene Demokratie. Das Thema war mir zu wichtig, um es lallend ausdiskutieren zu wollen. Darauf hin schickte ich ihm meine Meinung ausführlich schriftlich. Seitdem Schweigen!….. Ich breche an der Stelle die Liste meiner Bemühungen, um es abzukürzen, einfach ab.

Vor nun schon doch einigen Tagen, am 17.12., beging sicherlich ein Ausnahmedeutscher seinen 80. Geburtstag, Armin Müller-Stahl. In einem Interview zu Deutschland befragt, sagte er, „ich habe Deutschland in drei Variationen kennen gelernt, richtig warm geworden bin ich mit keiner“. Der Satz saß bei mir!

Vor vielen Jahren habe ich mal aus dem Bauch heraus behauptet, das ich nach der deutschen Einheit nicht in der Bundesrepublik angekommen bin. Wenn behauptet wird, das ein wachsender Prozentsatz der deutschen  Bürger, auf beiden Seiten der ehemaligen Grenze wohl bemerkt, die Grenze und damit die alten Zeiten zurück haben wollen, ist es sicherlich kein Ausdruck dessen, das wir alle langsam an Vergangenheitsbeschönigung leiden. Nee, es ist Ausdruck das sie in der heutigen politischen Landschaft sich eher verloren vorkommen, um nicht zu sagen verraten und verkauft. Ich fragte mich, warum?

Als die Bürgerbewegten in Stuttgart auf die Bäume kletterten, war dies für mich ein Zeichen, ja das geht noch was. Nicht weil ich aus dem Wald komme und Bäume schon immer cool fand, nein. Mir fiel in der Diskussion der Satz in die Tasten, das für die meisten Bürger ihr Mitbestimmungsrecht vor der Wahlurne anfängt und dahinter gleich wieder endet. Tja und da war’s, was ich die ganze Zeit vermißte, weil ich es vielleicht nicht gelernt hatte, Demokratie? Wir schimpfen über die Lobbyisten, Heuschrecken und noch viel schlimmere Tiere in unser Demokratienlandschaft. Aber wir überlassen alles irgendwelchen Spezialisten und Seelenverkäufern und hoffen, die werden es schon richten. Wir schimpfen auf die Politiker wie die Rohrspatzen. Aber was soll der arme Mensch denn machen? Was bleibt ihm am Ende übrig? Er hört auf den, der am lautesten schreit und vielleicht och noch ne kleine Spende rüberschiebt. Um Gottes Willen bei uns gibt es keine Bestechung oder so was wie Korruption, wir sind ein sauberes Land, da kommt sogar die Hundesch…e in eine biologisch abbaubare Plastetüte.

Wenn also im Grundgesetz, die immer noch keine Verfassung ist nach 20 Jahren deutsche Einheit, geschrieben steht, „alle Macht geht vom Volke aus“, dann ist auch Volker damit gemeint, „Wir sind das Volk – ich bin Volker“. Also muß ich in den Spiegel sehen und feststellen, ich bin das Volk, „Yes we can do“ oder um es ganz theatralisch zu sagen, „Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muß!“

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Über muzungumike

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2 Antworten zu Bürger wählt den eigenen Weg

  1. Dr. Martin Bartonitz schreibt:

    Hallo Mike,
    Du sprichst da einen interessanten Punkt an: wie können unsere gewählten Volksvertreter die komplexen Themen, die zu entscheiden sind, durchdringen? Sie sind nie dazu ausgebildet worden und sollen plötzlich Experten auf allen Gebieten werden. Sie haben ja derzeit nur die eine Chance, dem vermeintlichen Beratungsexperten zu glauben. Also jemand Anderen, als die von uns gewählten. Wer entscheidet denn dann tatsächlich für uns?
    Und wenn wir dann schauen, dass der Publikumsjoker bei „Wer wird Millionär“ zu über 90% trift und der Expertenjoker und 70% liegt, dann sollte sich uns das Bild aufdrängen, dass unseren armen Volksvertretern doch nur wohl im Bauch sein sollte, wenn er mal sein Volk befragt. Ich will damit sagen, nicht nur das Volk braucht die Volksabstimmung. Und warum sollte das nur in der Schweiz gehen? Nur weil Pisa sagt, dass wir Deutschen Lerndefizite hätten?
    Ich hatte letztens sop gepostet: http://www.saperionblog.com/lang/de/schlagt-die-intelligenz-unserer-volksvertreter-noch-die-schwarmintelligenz-des-volkes/3386
    Lieben Gruß an den netten „Steiter“
    Martin

    • mzungumike schreibt:

      Vielen Dank für das Kompliment. Ja das war mir wichtig und ich wollte es erst einmal nicht wieder so lang werden lassen. Ich habe da noch echt Probleme mit der ansprechenden Form, fasse Dich kurz!
      Ich denke die Sache hat zwei Seiten, erstens, haben sich die Politiker es zu einfach gemacht und viele Teile der Bevölkerung nicht mitgenommen, siehe Stuttgart, Gorleben, und sie denken noch regieren zu können wie zu Bismark’s Zeiten, ich habe mich lange Zeit engagiert, ich weiß wo von ich im Osten rede, das war genau genommen der Untergang, nicht die Mangelwirtschaft. Zweitens lassen wir viel zu viel mit uns machen, die Franzosen hätten schon den Staat lahmgelegt. Ich glaube wir brauchen wieder eine „Runden Tisch-Kultur“ Das Pelbezit ist nicht das non plus ultra, wenn es nicht sachkundig, siehe Minarettentscheidung, vorbereitet wird. Beitrag lese ich in den kommenden Tagen, Danke Patriotischen Gruß Mike

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