Sommer in Kenia – drohende Hungersnot im Norden

Quelle: DN

In der Jahreszeit, in der wir gern in wärmere Länder fliehen, ist südlich des Äquators Sommer. Auch hier hat sich in den letzten Jahren das Klima verändert. In der vorausgehenden kleinen Regenzeit im Oktober – November ist in den letzten drei Jahren das lebenspendende Naß in Form von Regen in den nördlichen Regionen ausgeblieben. Nicht nur das die hier siedelnden Clans schwer an der Dürre zu leiden haben, ist dieses Gebiet durch die territoriale Nähe zu Äthiopien, Somalia und Sudan Sammelpunkt von Flüchtlingen aus diesen Ländern, die von hier aus sich den Weg nach Südafrika suchen oder Zuflucht in den Flüchtlingslagern Kakuma und Dadaab suchen. Weit über 300.000 sind hier auf engsten Raum zusammengepfercht, die einmal für die Hälfte konzipiert waren. Dies führt nicht selten zu Spannungen und Konflikten. In den letzten Tagen wurden nun noch Meldungen laut, das die Nahrungsmittelreserven erheblich zurückgehen und die Versorgung der Flüchtlinge ernsthaft gefährdet ist.

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Über muzungumike

Interesse an internationalen Ereignissen, die wenig oder keine Beachtung in der Medienwelt finden, z.B. reale Entwicklungshilfe, lustige Anekdoten, Länderkunde etc.
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5 Antworten zu Sommer in Kenia – drohende Hungersnot im Norden

  1. mzungumike schreibt:

    Anmerkung mike:
    Nachricht vom gestern DN. Zur Zeit wird davon ausgegangen, das ca. 6 Millionen Rinder und16 Millionen Schafe und Ziegen bei der anhaltenden Dürren sterben werden. Für die im Norden lebenden Nomadenvölker hängt das eigene Überleben vom Gedeih oder Verderb der Tiere ab.

  2. mzungumike schreibt:

    Hallo Martin,
    ich glaube unser Grundproblem steht in der Annahme unserer gesellschaftlichen Grundüberzeugung, das wir alle von Adam und Eva abstammen, also der blasfemischen Annahme, das alle Menschen gleich sind (vor Gott oder so)! Es ist keine geschichtliche Tatsache sondern das Bild das wir alle Mutter und Vater haben (Bibel = Bildlehre). Darauf verweise ich auch in Anfang meines Buches „Mzungu Mike..“ Selbst ich als Atheist habe begreifen müssen, wie viele meiner Verhaltensweisen auf diesen Traditionen beruhen. Ich weiß nicht, ob das Verhalten von fast allen „Kulturvölkern“ auf einen „Genfehler“ zurück zu führen ist, denn in der Geschichte haben, bis auf wenige Ausnahmen, meistens die unkultivierten gewonnen (auch in der deutschen Einheit). Nach meinem Bauchgefühl bin ich Verfechter des Kampfes, nur opfert man da Menschen, die nichts mit diesem Kampf zu tun haben und auch nicht dafür verantwortlich sind („Nie war ich furchtloser“ Inge Vieth). Aus diesem Grunde bin heute der Auffassung, die definierte Gesellschaft (Staat) mit so viel wie möglich patch work clans, Community’s zu unterlaufen. Stellt Euch vor, es sind Wahlen und keiner mehr geht hin. So lange wir durch unsere Stimmenabgabe diesen Staat legitimieren, sind wir mit verantwortlich, für das was er tut. Was hier abläuft, ist doch ein Kinderspiel für Erwachsene (Nebelbomben für das Volk). Erst wenn etwas schief geht oder ein Betrug aufgedeckt wird, sucht man Schuldige und hat oft wissentlich lange Zeit mit davon profitiert oder aus Bequemlichkeit mit gemacht. Es ist kein gutes Argument zu sagen, Gandi und Lumumba sind erschossen worden oder der Sozialismus ist gescheitert, um seine Verhaltensweise zu rechtfertigen. Davon profitieren z.B. weniger als 5% der Bundesbürger! Wie er mit Andersdenkenden (Rosa Luxemburg) umgeht, haben wir in der letzten Zeit oft genug erlebt (siehe Gorleben, G 20, Stuttgart 21). Ich habe gestern wieder erlebt, wie sich unsere gewählten Volkszertreter feiern lassen, rauschende Bälle und zügellose Orgien aus teilweise Steuergeldern! Wir müssen nicht über den Zaun schauen, wenn wir uns mit Machtmißbrauch auseinander setzen wollen. Schwellenländer haben sehr schnell dazu „gelernt“. Das Krebsgeschwür sind wir!
    Viele Grüße mike
    Hier noch eine deutsche Alternative so zu sagen die Konsquenteste: „Leben in den Wäldern“

  3. Dr. Martin Bartonitz schreibt:

    Hallo Mike,
    ja, inzwischen bin ich auch der Überzeugung, dass wir keinem auf alten Traditionen basierenden, funktionierenden Völkern irgendetwas von unserer fehlgeleiteten, vermeintlichen Zivilisation überhelfen dürfen.
    Ich heute ein wenig weiter „geforscht“ und ein tollen Artikel von Hannelore Vonniere zum Matriarchat als regulierte Anarchie gefunden und gleich noch gefragt, warum bisher keiner geschaut hat, wie denn der Zusammenhang zwischen diesen selbstbestimmten Menschen und ihrer Gesundheit ist:
    http://faszinationmensch.wordpress.com/2011/01/19/leben-menschen-langer-weil-sie-selbstbestimmter-sind/
    Es wird Zeit, dass wir uns neudenken und vielleicht eher den umgekehrten Weg suchen sollten, sprich das lebenswerte von den anderen Völkern abzuschauen …
    menschelnde Grüße, Martin

  4. Martin Bartonitz schreibt:

    Und dann sieht man die Meldungen, wo viel zu viel Wasser runtergekommen. Gefühlt nehmen die Klimakatastrophen zu.
    Und wenn immer mehr Menschen betroffen sind, braucht es nicht mehr lang, bis sie bei den Reichen vorbei schauen.
    Nur überall zu helfen überfordert die Spender auch. Zumal immer auch das Vertrauen fehlt, dass das Geld auch wirklich dort ankommt, wo es dringend benötigt wird und nicht in irgendwelchen dunklen Kanälen verschwindet.
    Hast Du für Dich einen Weg gefunden?
    Bzgl. Hunger hatte ich auch schon mal geschrieben: http://www.saperionblog.com/lang/de/unser-ethikverstos-im-grosen-stil-weil-wir-unsere-bauern-subventionieren-mussen-milliarden-hungern/3342
    Viele Grüße, Martin

    • mzungumike schreibt:

      Lieber Martin,
      die Sache ist noch viel verwirrender, im Sünden Kenias werden Rekordernten erzielt und im gleichen Augenblick werden Mindestpreise festgeschrieben. Abzuführende Gewinne durch Wasserfirmen, die europäisch unterstützt werden, sind nicht getätigt worden. Als ich dort war hatte ich die Vorstellung, das der Hut der Zivilisation den Einheimischen nicht paßt. Heute bin ich davon überzeugt… Warum müssen wir uns einbilden, alles besser zu wissen? Unsere Form unserer Gesellschaft wird nicht überleben, wenn sie nicht mit anderen Kulturen kooperiert. Viele Grüße mike

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