Hurra der „Kommunismus“ steht vor der Tür

Vor einiger Zeit berichtete ich in der Geschichte über Randgruppen in der DDR auch über einen Alkoholiker, der aus der Heilanstalt ausgebrochen war, um den Kommunismus auszurufen. Heute geht es mir nicht um den Alkoholiker, sondern eher, aus aktuellem Anlaß, darum kein Geld zu haben. Vielleicht ist diese Geschichte bei mir deshalb so tief hängen geblieben, weil sie mit zwei Anekdoten aus der eigenen Familie verbunden sind.

Auf Grund des gestaffelten Lohneinkommens hatten es Jungfacharbeiter oft nicht einfach, weil die „Berufserfahrung“ in Jahren Teil des Lohnes war und so hatten Junggesellen, also nicht die Unverheirateten, sondern die erst jung im Beruf stehenden, bei annähernd gleicher Leistung mit weniger Geld in der Lohntüte nach Hause gingen, so auch mein Vater. Auch ich habe dieses Rudiment teilweise noch zu spüren bekommen. Deshalb gab es auch solche unverständlichen, für den heutigen Betriebswirtschaftler unverständliche, Staatssubventionen, wie der zinslose Ehekredit, wenn man Kinder zeugte, um damit wieder dem Arbeitskräftemangel der Gegenwart in zwanzig Jahren überwunden zu haben.

Die erste Anekdote ist ganz kurz und knapp auf den Satz zubringen, „ich glaube wir haben bald Kommuinismus, denn ich kenne schon Leute die haben kein Geld mehr“, war ein Satz den mein Vater immer dann zitierte, wenn bei uns das liebe Geld mal wieder sehr knapp war.

Stellt Euch vor es gibt Staaten, also eine Ansammlung von Millionen kluger und weniger kluger Menschen, die sich in den Ruin gewirtschaftet haben. Hätte uns zur europäischen Einigung und der Erschaffung des Euro jemand uns diese Profezeihung gemacht, wir hätten ihm den berühmten Zeigefinger an die Stirn getippt. Sie gab es die Wahrner. Wir haben sie oft im überrauschenden Glück, „heut gehört uns Europa, morgen die g…“, überhört, weggehört oder einfach ignoriert. Oder war die Geschichte doch anders?

Vor nicht all zu langer Zeit wurden Gerüchte laut, verdichteten sich, die Griechen hat es erwischt, sie erfüllen die Stabilitätskriterien nicht. Ach die Griechen, die mit ihrer Bouzouki und ihrem Uso, die waren ja so wie so nicht Europa gewachsen. Man stelle sich vor diese Ignoranz, das Geburtsland der Demokratie und nicht gewachsen. Was haben wir nur daraus gemacht, aus der Demokratie? Das wir Deutsche zu dem Zeitpunkt schon Wiederholungstäter waren, war fast schon wieder vergessen. Dann kam Irland, jetzt ist es Portugal und es wird schon gemunkelt, das Spanien auch bald so weit wäre…

Ich hatte mal gelernt, Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, also militärischen. Was ist dann der Frieden den wir heute erleben? Vielleicht die Fortsetzung der zügellosen Bereicherung auf Kosten Schwacher, Kranker oder Kinder mit politischen Mitteln. Gewisse Anzeichen sprechen deutlich dafür.

Oder ist es alles noch ganz anders. Es gibt Stimmen die behaupten, das auch in unserer Union die „Großen“ durch Spekulationen am Niedergang der „Kleinen“ verdienen und alle Schutzschirme nur ein weiteres Mittel sind, sich zu bereichern. Damit die Kleinen auch keinen fairen Wettbewerb bekommen, wird im gleichen Atemzug gleich mal der Leitzins angehoben.

Nun lese ich gerade wenn in den nächsten 24 Stunden keine Lösung gefunden wird, ist die USA Regierung zahlungsunfähig. Schon schlimm genug das schon Schilder für die Museen gedruckt werden, „Wegen Regierungsstillstand geschlossen“. Selbst in der Katastrophe hören wir nicht auf zu spekulieren. Auch das Militär würde später oder gar nicht bezahlt. Stellt euch vor es wird Frieden, weil das Geld aufgebraucht ist. Die Einzigen, die wieder aus der Reihe tanzen wollen, sind die Abgeordneten. Sitzen die in einem anderen Boot? Von wegen, „We can do it!“

Bei einem Lehrgang sagte der Referent, ich habe seinen Namen leider vergessen und vielleicht war der Spruch auch gar nicht von ihm, „Geld verdirbt nicht den Charakter, er läßt ihn nur deutlich hervortreten“.

Ich hätte da mal einen Verbesserungsvorschlag zu machen und dies ist die zweite Anekdote! Zur Studienzeit meines Vater in den fünfziger Jahren, Umsiedler und mit ganz wenigen Stipendien ausgestattet wie viele seiner Kommilitonen , gab es unter den Studenten auf der Stube eine Handlung, wenn das Geld zur Neige ging und vom Monat noch so viel übrig war, die hieß „Kriegskommunismus“. Alle Mibewohner stellten sich um den Tisch, schlossen die Augen und leerten ihre Geldbörsen. Dann wurde kommisarisch alles Notwendige als erstes entnommen und der Rest in gleiche Teile aufgeteilt. Nach der Erzählung meines Vaters hatte dies ein durchaus positiven erzieherischen Effekt, denn keiner wollte mehr abgeben wie vielleicht sein Mitbewohner und so wurde vorher schon überlegt und der „Kriegszustand“ kam immer seltener vor.

Nun hörte ich heute von einem Konzept, den Euro zu entpolitisieren und ihm nur das zu kommen zu lassen, was er ist, eine Währung, nicht den europäischen Einheitsbrei, jeden Land seine national verträglichen Struktur. Vielleicht ist dies auch der Beginn dafür, das Banken wieder für ihre Geschäfte selbst Verantwortung übernehmen, wenn sie die Soße selbst auslöffeln müssen, die sie jetzt immer noch anderen einbrocken. Oder haben wir dann schon Kommunismus?

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Über muzungumike

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3 Antworten zu Hurra der „Kommunismus“ steht vor der Tür

  1. mzungumike schreibt:

    @ all
    Very thanks for your comment. I’m sorry, this is not my profession and can’t not of all rewrite, then I have few free time. Thanks for all comment ant I’m happy, when your read my post’s. looking forward Mike

  2. mzungumike schreibt:

    @ Martin
    Zinsen verbieten und Schluß mit lustig. Wenn Du Geld brauchst suche dir einen Investor/Teilhaber. Dann würde es z.B. die Hälfte von dem Müll und Ramsch in den Läden überhaupt nicht hergestellt, also auch nachhaltiger mit unseren Ressourcen umgegangen. Stellt sich denn von den so klugen Köpfen niemand die Frage, warum es nur in der zivilisierten Welt und von ihnen infizierten Regionen es solche Finanzkrisen gibt? Das liegt sicherlich nicht daran, das die Anderen alle nicht rechnen können! „Dein Gewinn ist mein Verlust“ – wir haben schlicht weg die Balance verloren.

  3. Martin Bartonitz schreibt:

    Was das Bankwesen angeht, so scheint mir, sollte das wohl besser nicht in privaten Händern gehalten werden. Einerseits sind die Staaten durch die Großbanken erpressbar, wie gerade in England gesehen, und auf der anderen Seite wird dann nicht mehr gezockt. Siehe das Konzept der Initiative Monetative: http://www.monetative.de/
    Aber das Problem mit der Geldblase haben wir dann immer noch zu lösen. Denn wenn wir Geld verleihen und Zinsen dafür verlangen, und Geld im Kreis weiter verliehen wird, dann wir Geld immer weiter gehoben, ohne dass die Gegenwerte wirklich da sind. Und das bedeutet wohl, dass alle paar Jahre das Geldsystem zusammenbricht.

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