Was hat des Ei des Kolumbus mit dem Weltgeschehn zu tun?

Es ist kein Zufall, dass diese Kategorie nun bei mir auftaucht, hatte ich doch bei meinem ersten Studium in Richtung Gesellschaftswissenschaften den Spitznamen „Philo“ erhalten und der sollte sich erstaunlich lange halten. Meine Mitkommilitonen wußten, wenn ich mit Wolfgang, unserem Philosophie Dozenten, einen Disput anfing, war die Stunde für sie gelaufen. Ich betrachte mich nun nicht als Wissenschaftler sondern eher wie Diogenes, der seine Verallgemeinerungen aus der Beobachtung der Welt zog, wie wir es mehr oder weniger alle realisieren. Da vieles nicht ganz den heutigen Erkenntnissen entspricht, habe ich soeben die Fachrichtung „Filisophie“ gegründet. Ich will durch empirische Beobachtung Fragen aufwerfen, denn das tun ja gerade alle klugen Leute und dazu Lösungsansätze vorschlagen. Ich möchte zu Nachdenken anregen und doch nicht ganz so ernst genommen werden, wie der zweite Energieerhaltungssatz um den es doch öfter gehen wird.

Da ich mich gerade in einer ähnlichen Situation wie die Welt befinde, also im Umbruch, im Neuanfang und mir das existentielle Aus ebenso droht wie ein Erfolg, dachte ich mir, warum es nicht mal im Selbstversuch auszuprobieren und zu neuen Erkenntnissen vorstoßen. Da bin ich doch in guter Gesellschaft bei vielen hervorragenden Perönlichkeiten der Weltgeschichte aufgehoben.

Nun stellt sich die Frage, was hat es denn nun mit dem Ei  auf sich? Es soll sich zur Zeit des Christoph Kolumbus am Hof des spanischen Königs, nach seiner Rückkehr aus Indien, ereignet haben, den Versuch zu unternehmen ein gekochtes Ei auf die Spitze zu stellen, weil die Herren Adligen ihm vorhielten, das dies ja nun keine große Tat gewesen wäre, den Kontinent zu entdecken. Schon wenn ich diesen Versuch mit den heutigen Praktiken der Menschen im Allgemeinen, Managern und Politikern in Besonderen vergleiche, fallen mir viele Parallelen auf. Theoretisch könnte es ja auf der anderen Spitze der flacheren Seite, ja wie ein Stehaufmännchen, zum Stehen kommen, wenn die Natur nicht gerade dort die Luftblase platziert hätte. Aber so ist das eben mit der Natur, sie gehorcht ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten und nicht unserem Willen.

Ich hatte im letzten Beitrag die Frage in den Raum gestellt, „Wo gehen wir hin“ und wie kann es anders sein, das Thema läßt mich einfach nicht los, klingelte doch gestern wieder das Telefon, weil meine Freunde in Afrika dringend Hilfe benötigen und ich an vielen Stellen mit dieser Frage ständig konfrontiert werde.

Warum wollen wir, also die menschliche Gemeinschaft, seit den revolutionären Umwälzungen auf diesem Planeten, siehe „Home – Das ist unsere Erde“ nun unbedingt die Weiten des Universums ergründen müssen. Sicherlich ist der erste Teil der Antwort leicht gefunden. Weil wir nach neuen Erkenntnissen streben. Als ich heute morgen so aus meiner „Tonne“ in die Sonne blinzelte, kam mir noch ein zweiter erschreckender Gedanke, Fluchtinstinkt. Ich gehe nicht davon aus, das unsere Chef’s alle dumm sind, „Solarium gebräunt, Skilehrertyp, John Travolter für Arme, aber wenn einer schon so ausschaut“ (Konstantin Wecker), nein, das ist purer Instinkt. Jedes Wesen, was sich einer unausweichlichen Gefahr gegenüber sieht, versucht…. na klar zu flüchten. Wenn ich in meiner Kindheit was ausgefresen hatte und das kam nicht selten vor, was habe ich da getan, natürlich das Weite gesucht. Also nicht nach den „Tauben der Erkenntnis“ greifen, nee die haben nur Schiss, was sie hier angerichtet haben und wollen abhauen. Denn die „Firmen in den Dreckfahrer“ und „Wisser aus welcher Ecke der Wind weht“, sind sich völlig im Klaren, was hier Sache ist und möchten die Kurve kratzen. Da ich ja weiß, wie man ein Raumschiff baut, könnte ich ja schneller sein. Für alle die es hier nicht mehr aushalten, hier eine kleine musikalische Bastelanleitung, von einem wirklich profissionellen Schlosser aus dem Tagebau bei Boxberg, Gerhard Gundermann.

Da ich aber eher ein „Hierbleiber“, ein „Aushalter“ bin, habe ich mich nicht für den Fluchtinstinkt entschieden und suche nach einer anderen Überlebenstrategie. Da fiel mir als erstes der Film „What the bleep“ ein. Ich kramte in meiner Erinnerung nach ähnlichen Erfahrungen. Es geht mir jetzt einmal nicht um die Erkenntnis, das jedes Quark, jedes kleinste Teil der Materie oder wie es auch immer heißt, zu jeden Augenblick an zwei verschiedenen Orten sein kann. Schon das wäre ja eine Lösung, denn ich bin also schon milliardenfach an verschiedenen Orten. Was aber wiederum auch bedeutet, ich bin nur scheinbar ein Individuum, weil ich mit allen, was mich umgibt, verbunden bin. Nein ich trachte mehr nach einer handwerklichen oder mystischen Lösung.

Erste Versuchsansetzung:

Bildliche Vorstellungskraft auflösen. Die Quantenphysiker gehen davon aus, das wir etwas nur dann sehen können, wenn sich in unserem Gehirn ein adäquates Abbild befindet. Sie sagen, die Ureinwohner Amerikas, die Indianer, konnten Kolumbus nur sehen, nach dem sie sich weiße Gottheiten bildlich vorstellen und selbst Schiffe bauen konnten. Umgekehrt, stelle ich die Theorie in den Raum, Kolumbus konnte also Amerika gar nicht entdecken, weil vor seinem geistigen Auge Indien lag, obwohl viele Zeichen schon damals dagegen sprachen.

Ich hatte also festgestellt, wenn ich etwas suche, kommt ja mal vor, finde ich es nicht. Ich habe es nicht gesehen, weil das Erinnerungsvermögen kein genaues Abbild vorrätig hatte, obwohl der Gegenstand in greifbarer Nähe lag. Vor Jahren hatte ich mal einen Freund, der mich am Ende erheblich ausgenutzt hatte. Ich habe ihn ausgeblendet. Ich arbeite jetzt seit fast zwei Jahren wieder in der gleichen Stadt, vor zwei Monaten direkt vor seinem Haus, er begegnet mir nicht mehr.

Nun werden viele Sagen, damit ist ja nichts geändert. Da stimme ich voll zu. Es ist erst einmal eine Stufe erreicht, wo man sich weniger ärgert und frustriert ist, also Selbsttherapie und dadurch mehr Freude empfinden kann. Nun kommt erst die Wagnis und der eigentliche Angriff auf alle Ungerechtigkeiten dieser Welt.

Zweiten Versuchsaufbau: Spiritualität.

Viele werden sagen, jetzt ist er ganz übergeschnappt, gig, ganz im Gegenteil. Sie beginnt in uns, also verändere dich und du veränderst die Welt um dich herum. Das ist ja schon hinlänglich bekannt, aber wie der kleine Streifen oben zeigt, doch nicht ganz so einfach. Jeder wird da so sein Liedchen trällern können, von wegen den guten Vorsätzen zum neuen Jahr oder ich höre mit den Rauchen auf. Aber die selben Wissenschaftler erkannten auch, wenn das also viele zum gleichen Zeitpunkt tun, dann springt der Funken auch auf andere über. Bei einen Versuch meditierten 250 Priester in Chicago für den Frieden und siehe da die Kriminalitätsrate sank in der gleichen Zeitraum um 25 Prozent. Nicht die Gewaltfreiheit war Mahatma Gandi’s Erfolgsrezept, sein Spiritualität war es. Also wenn wir unseren eigenen Tag gedanklich vorher erschaffen, haben wir ein besseres Leben.

Kolumbus löste, nachdem es niemand bewerkstligte, das Problem prakmatisch, in dem er die Schale leicht eindrückte und so das Ei stehen blieb. Auf den Protest der Anwesenden Adligen erwiderte Kolumbus, „Der Unterschied ist, meine Herren, dass Sie es hätten tun können, ich hingegen habe es getan!“ (Wikipedia)

Wir müssen also nur negative Gedanken durch Freundschaft, Mitgefühl und Solidarität ersetzen und dies jeden Tag selbst praktizieren. Dann fließt das Geld wieder zurück in die armen Länder, „die Löcher in den Boden schließen sich und die Bomben kriechen wieder in den Flugzeugbauch“. (Gundermann) Alles nimmt doch noch ein schönes, amerikanischen Ende oder vielleicht lieber doch ein anderes?-) Worauf warten wir denn eigentlich noch?

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Über muzungumike

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2 Antworten zu Was hat des Ei des Kolumbus mit dem Weltgeschehn zu tun?

  1. mzungumike schreibt:

    @ Vallartina
    Ich merke gerade, das es Zeit wird wieder aufzubrechen, lesen geht ja noch, aber bei reden in englischer Sprache war ich froh, das es noch mal geschrieben stand. Es ging mir viel zu schnell.
    Ich halte Ausblenden, für einen aktiven Prozeß, nicht gleich zu setzen mit Verdrängen, also bewußt frei machen von Sachen, die Dich runter ziehen, kein flaches positiver Denken und son Quatsch.
    Spiritualität ist sicher ein weiter Begriff und wir erleben oft, wie er für Hokus pokus mißbraucht wird – Esotherikschiene. Ich gehe davon aus und ich habe in verschiedenen Quellen über diesen Versuch gelesen, manche redeten von 10 andere von über 30 Prozent, das in dem Film verlässliche Zahlen genannt werden. Ich kenne selbst Beispiele welche Kraft darin steckt. Ein Trainer bei dem ich öfters trainiert habe, war gleichzeitig Zenbuddist. Von ihm ging eine unglaubliche Kraft aus. Viele hatten das Gefühl wie Marionetten an Fäden zu hängen, egal ob du in der ersten oder in der letzten Reihe geübt hattest. Darin liegt natürlich auch ein hohes Maß an Verantwortung. Aber wenn jemand diese Reife erreicht hat, ist ihn das mehr als bewußt. Oder nimm die Geschichten von Meister Eckarhard.
    Ich zweifele an, ob wir unter dem Strich wirklich die Reicheren sind, materiell sicherlich, spirituell sind die Mehrzahl Kümmerlinge. Fragen von Miteinander und Solidarität sind dort viel stärker ausgeprägt, weil davon das Überleben abhängt. Solche Zusammenstöße, wie Ruanda, Burkina Faso etc. geschehen meist nur, weil die Europäer sich massiv eingemischt haben und ihre Lakaien am Ruder sind. Ich bin davon überzeugt, das wir weniger konsumieren müssen. Unseren Lebensstandart hält die Welt keine zehn Jahre mehr aus. Konzepte dazu gibt es schon mehrere Jahrzehnte, aber die taugen schlecht zum Profit machen! Viele Grüße nach Mexiko!

  2. Vallartina schreibt:

    Würde mal so sagen: die Indianer „erkannten“ Kolumbus entsprechend ihrer Legenden und Mythen als weissen Gott, gesehen werden sie ihn sicher haben.
    Aber Dein „Verdrängungsprinzip“ im ersten Versuchsansatz beisst sich irgendwie mit dem 2. Ansatz, der praktizierten Nächstenliebe (Freundschaft, Mitgefühl, Solidarität). Wenn nun also viele das gleiche Positive tun, geben viele das positive gute Beispiel. Kann schon einiges bewegen. Aber können viele die gleichzeitig meditieren wirklich Dritte beeinflussen? Vielleicht wollen viele gar nicht beeinflusst werden? Andere aber lassen sich viel zu sehr oder auch zu gerne beeinflussen und sind schliesslich Opfer des Beeinflussers?
    Nachdem ich dieses Video http://video.nationalgeographic.com/video/player/movies/god-grew-tired/cultural-differences-ggtu.html gesehen habe, denke ich, wir, aus den „reichen Ländern“, sollten mal z.B. Menschen in Schwarzafrika fragen, ob ihnen unsere spirituelle (sicher wohl gemeinte) Fernsteuerung auch wirklich zusagt.
    Könnte ein interessantes Thema werden!
    Beste Grüsse!

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