Direkte Hilfe für die Baraka Primary School – Ein langer Weg beginnt mit dem ersten Schritt

Begrüßung vor den Schülern / copyright by Melanie Martin

Im Juni waren Melanie und Markus Martin wieder in Tansania, um die Baraka Primary School erneut zu besuchen. Seit dem letzten Besuch ist ein Jahr ins Land der Serengeti gegangen. Aber es hat sich viel getan. Sie kehrten nicht nur als Privatpersonen hier her zurück, sondern überbrachten im Auftrag der Spender des Vereins Jambo e. V. die ersten Spenden. Sie wollen hier kurz den Verlauf ihres Besuches und die Ergebnisse, die am Ende festgehalten wurden, darstellen. Mr. Meena, der Schuldirektor, holte uns abends in Arusha ab und wir fuhren die 120 km nach Mto Wa Mbu. Dies gab uns die Zeit über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede unserer beiden Schulen zu sprechen. Mr. Meena war sehr interessiert, wie wir in Deutschland den Unterricht gestalten, wie die Zusammenarbeit mit den Eltern funktioniert, welche Sportangebote wir haben usw. Es war also eine sehr kurzweilige Fahrt.Am nächsten Morgen wurden wir vom Schulkomitee herzlich begrüßt. Wir packten zusammen die mitgebrachten Spenden aus und sortierten gemeinsam die Kleidung. Dann hatten wir die Gelegenheit einige der Schüler zu begrüßen und auch zwei der Brieffreunde anzutreffen und die Briefe aus Deutschland zu überreichen. Es war nur eine Gruppe Schüler der Abschlussklasse da, weil in Tansania gerade Ferien sind. Trotzdem kamen die Schüler zur Schule, um uns willkommen zu heißen und uns Fragen zu stellen. Die Bearbeitung der Tafeln, für die wir  zu Hause von den ersten Spenden speziellen umweltfreundlichen und ungiftigen Lack gekauft hatten, haben wir auf den nächsten Tag verlegt, da Mr. Meena uns zunächst die Schule und das Schulgelände zeigen wollte. Zudem wollte er uns berichten, was im letzten Jahr an der Schule alles geschehen ist. Wir haben dann einen Schulrundgang gemacht, auf dem uns Mr. Meena den möglichen Bauplatz für ein Küchengebäude gezeigt hat, das wir der Schule gerne finanzieren würden. Doch dazu später mehr. Dann konnten wir ein Blick in die Klassenzimmer werfen und in den Rohbau, der zukünftig mal eine Bibliothek beherbergen  und einen Computerraum bekommen soll. Man konnte bemerken, wie wichtig es dem Schulleiter ist, eine gute und moderne Schule für die Kinder zu errichten, so gut es unter diesen Umständen eben möglich ist. Sein Wunsch ist es ein Education Center auf dem Gelände der Schule zu führen, in das die Menschen aus der Umgebung kommen können, um zu lesen oder sich mit der Bedienung von Computern vertraut zu machen, damit sie Anschluss an die morderne Welt finden. Die Schule hat angefangen, in einem kleinen Bereich Bäume zu pflanzen für ein kleines „Wäldchen“ rund um die Schule. Schatten ist rar gesäht auf dieser großen Ebene, die im Great Rift Valley liegt. Zudem ist auch hier der Klimawandel spürbar. Die Regenzeiten verschieben sich, bleiben aus, wie einige Jahre zuvor, oder sie sind extrem stark. So wie in diesem Jahr, wie uns der Schulleiter berichtete und tatsächlich war es viel „grüner“ als das letzte Jahr im Sommer. Allerdings haben die Menschen dann mit den vielen Wassermassen in kurzer Zeit zu kämpfen. Nach dem Rundgang haben wir mit dem Schulkomitee das erste Projekt, nämlich den Bau eines neuen Küchengebäudes mit angeschlossenem kleinen Speisesaal besprochen. Wir hatten bereits die grundlegenden Pläne, die uns von einem Bautechniker mit Afrikaerfahrung zur Verfügung gestellt wurden, aus Deutschland mitgenommen. Nun wurden sie überarbeitet und auf die Bedürfnisse der Schule zugeschnitten. Hierzu muss man wissen, dass das Essen normalerweise auf dem offenen Feuer bzw. der Glut zubereitet wird, also ganz andere Kochstellen von Nöten sind. Da nicht alle Teilnehmer der englischen Konversation folgen konnten und immer wieder Pausen für eine Übersetzung in Swahili eingelegt wurden, dauerte die Sitzung eine Weile. Diese Skizze, der am Ende alle ihre Zustimmung gaben, habe ich sorgfältig eingepackt und nun an M. Schmidt gesandt, der sich für die Überarbeitung bereit erklärt hat. Schon mal vielen Dank an dieser Stelle. Momentan gibt es ein kleines Gebäude, das als Lager und Küche in einem dient. Einen Essplatz oder überdachten Aufenthaltsort, zum sitzen oder arbeiten außerhalb der Unterrichtsstunden, gibt es nicht. Das Gebäude soll so konstruiert werden, dass sich der Speiseraum irgendwann vergrößern lässt, um mehr Schülern Platz zu bieten. Zunächst soll aber aus finanziellen Gründen erst einmal die Küche und ein kleiner Speiseraum errichtet werden und wir müssen die Kostenvoranschläge der örtlichen Bauunternehmer abwarten. Wir einigten uns beim Abschied des ersten Tages darauf, am nächsten Tag gemeinsam die 6 km zur Schule zu laufen, damit wir die Umgebung und die Gemeinde Mto WA Mbu, die ein Zusammenschluss von mehreren kleinen Dörfchen ist, in Ruhe betrachten können. Mr. Meena holte uns am nächsten Morgen ab und wir machten uns auf den Weg durch Mto Wa Mbu zur Schule. Wir stellten viele Fragen zur Umgebung der Schule und zu Mto Wa Mbu, während wir liefen und Mr. Meena wollte viel über das Leben in Deutschalnd wissen. Es war interessant zu hören, welche Vorstellungen und auch Vorurteile von der Lebensweise in Deutschland existieren, wohl ebenso wie anders herum. Die Entscheidung zu laufen war also gut, denn wir konnten viel sehen und uns über den Alltag unterhalten. In der Schule angekommen, versammelte einer der Lehrer einige größere und ältere Schüler, damit wir mit ihnen gemeinsam eine Tafel aufarbeiten konnten. Die Tafel besteht aus einer glattgeputzen Betonfläche mit einem kleinen Steinsims darunter, welche einfach nur mit schwarzer Farbe angestrichen wurde. Am Vortag wollte ich den Namen meiner Schule anschreiben und hatte mich schon gewundert, wie schlecht es sich schreiben ließ. Wir fingen also damit an, den Schülern und Lehrern die dabei waren zu erklären, was wir mitgebracht hatten und wie es zu verwenden ist. Dann legten wir selbst Hand an und erklärten unsere Vorgehensweise. Schnell gesellten sich die Schüler zu uns und schliffen mit uns die Tafelfläche ab.  Mit so vielen helfenden Händen waren wir rasch damit  fertig und konnten den schwarzen Staub von der Wand waschen. Wir erklärten das Anrühren der Farbe und die Verwendung der Farbroller. Das Streichen ging dann zügig vorwärts und einige der Schüler und einer der Lehrer versuchten sich gleich in dem Gebrauch der Farbroller. Die Zusammenarbeit funktionierte wirklich gut. Der erste Anstrich war also getätigt und den zweiten Anstrich wollten die Schüler dann am nächsten Tag alleine machen. Bis dahin sollten die Großen aufpassen, dass keiner auf die Tafel schreibt oder sie anfasst. Wir wuschen noch gemeinsam die Farbrollen aus, wobei es sich zeigte, dass es gut war, dass wir Farben ohne Lösungsmittel etc. gekauft hatten. Die Wasserstellen sind alle draußen und dort wird alles ausgespült und einfach weggeschüttet. Außerdem kann man die Farben auf Wasserbasis ohne weitere chemische Mittel, die man am Ende entsorgen müsste, einfach auswaschen und die Arbeitsmaterialien lassen sich so gut sauber halten. Wir gingen dann zurück in eines der Klassenzimmer und gingen jeden Schritt noch einmal gemeinsam durch. Zur Sicherheit übersetzte Mr. Meena jeden einzelnen Schritt auf Swahili. Somit hoffen wir, dass die Bearbeitung der restlichen Tafeln erfolgreich sein wird. Dies liegt jetzt in der Verantwortung der Schule, denn es geht ja darum, Anregungen zur Selbsthilfe für eine bessere Lernumgebung zu vermitteln. Die Schüler hatten jedenfalls Spaß mit uns, auch wenn sie zunächst sehr schüchtern und zurückhaltend waren, was sich später aber auflockerte. Insgesamt hatten wir viel Freude an unserem Aufenthalt in der Schule und empfehlen es jedem, der Interesse hat das Land zu bereisen. Wir stellen gerne den Kontakt für Sie her und wir sind sicher, dass Sie genauso herzlich empfangen werden. Vielleicht unterstützen Sie unser Vorhaben mit einer Spende oder werden Mitglied in unserem Verein.

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Nur für kurze Zeit!

video from Melanie Martin (Jambo e. V.)

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2 Antworten zu Direkte Hilfe für die Baraka Primary School – Ein langer Weg beginnt mit dem ersten Schritt

  1. muzungumike schreibt:

    We are pepople form the same one world!

  2. Anonymous schreibt:

    Vielen Dank für die Unterstützung und die Veröffentlichung unseres Reiseberichtes.

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