Tuk-Tuk, unterwegs auf drei Rädern

Frau Vonwald unterwegs mit einer Mutter

Wie versprochen hier nun die naechste Information zum Thema kenianische Verkehrsmittel, die uns Frau Fonwald zur Verfuegung gestellt hat.

Man hört sie schon von Weitem und das Geräusch ist einfach unverkennbar und hätte wohl dem ganzen Gefährt den Namen gegeben – Tuktuk, wenn es sich nicht von der Firma   TukTuk Forwerder Co., Ltd. dem größten Hersteller von Autorikschas im Königreich Thailand ableiten würde. Aber vielleicht hat der Firmengründer Anan Supataravanich die gleiche Eingebung gehabt als er das Unternehmen im Jahre 1993 gründete. (Anm. Redaktion, Quelle Wikipedia)

Drei Räder, eine Plastikplane als Dach, vorne sitzt der Fahrer, hinten je nach Körpergröße zwei bis drei Mitfahrer. Wenn es Kinder sind, passen auch schon mal unglaubliche 6 in solch ein Gefährt. Und es ist noch dazu für alle Kinder der größte Spaß, da einmal mitfahren zu dürfen, rangiert noch vor Süßigkeiten.

Ja, und sogar einen kleinen Kofferraum gibt es.

Eine Gegend ohne Tuktuk – heute unvorstellbar. In erster Linie dienen die Gefährte als verbilligte Personenbeförderungsmittel, sogar einen eigenen Führerschein braucht man. Sie sind preiswert, zumindest viel preiswerter als herkömmliche Taxen, man kommt mit ihnen selbst in unwegsames Gelände, denn sie sind viel robuster als Autos und klein und wendig – zur Not genügen vier kräftige Männer und man hebt sie über ein Hindernis – und vor allem, sie fahren mit Diesel und davon brauchen sie nur sehr wenig. Benzin kostet in Kenia fast soviel wie in Europa, vor allem aber, es gibt Tage, da gibt es kein Benzin an den Tankstellen und der gesamte Verkehr kommt zum Erliegen. Tuktuks fahren aber immer.

Wir haben im Vorjahr eines für unsere Organisation, „Harambee“ angeschafft, ein knallrotes. Daniel, unser Fahrer, putzt und poliert in jeder freien Minute daran herum. Sein größter Traum wäre natürlich ein Auto und er als der stolze Chauffeur, aber auch wenn Autos in Kenia deutlich billiger sind, noch übersteigt das unser Budget erheblich. Also zuerst mal dieses Tuktuk.

Wir bringen Kinder damit zum Arzt, Daniel fährt zu den Familien und erreicht selbst die entlegenste Hütte, wir kaufen Lebensmittel ein und kutschieren unsere Besucher zur Schule und zurück. Preis für die bessere Variante aus dem Hause Piaggi – rund 4.000,- Euro, allerdings nagelneu und mit Speziallackierung. Und obwohl es fast jeden Tag im Einsatz ist, frisst unser Gefährt gerade mal ein paar Euro an Diesel im Monat. Ihre Gabriela Vonwald

© 2011 Gabriela Vonwald,  www.harambee.at

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Eine Antwort zu Tuk-Tuk, unterwegs auf drei Rädern

  1. Frau Momo schreibt:

    Mit Tuk Tuks bin ich auch durch Kairo gefahren. Auch wenn es für mich Europäerin etwas nervenaufreibend war, mit so einem Gefährt durch eine 18 Millionen Stadt zu brettern, war es doch ein Erlebnis.
    So ein schönes knallrotes hab ich allerdings nicht gesehen.

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