Harambee – wie hat alles begonnen

In wenigen Tagen, am 5. September, begeht der Verein Harambee sein fünfjähriges Bestehen. Ich hatte ja schon öfters den verein erwähnt und mit einigen Beträgen ist Frau Vonwald hier selbst schon zu Wort gekommen, aber zu dieser Gelegenheit werde ich hier ausführlich den Verein vorstellen. Eine Erfolgsstory? Ja und Nein. Ja, denn die Ergebnisse können sich sehen lassen. Nein, weil sie sind nicht wie ein Lottogewinn in den Schoß gefallen, sondern sind Resultat von großen Engagement, sehr harter Arbeit und dem kleinen Quäntchen Glück, den so eine Unternehmung braucht. Ich gebe es zu, ich habe mit Familie Vonwald, noch kein Interview geführt, habe die Vereinsnachrichten ausführlich studiert und kann mir gut vorstellen, wie alles begann. Eigentlich könnte sie selbst hier zu Wort kommen, da sie Mitautorin dieses blog seit einigen Wochen ist, aber ich weiß ja aus eigener Erfahrung, wie wenig Zeit übrig bleibt, wenn alles seinen Gang gehen muß, denn in diesen Ländern ist nichts schlimmer als eine zerstörte Hoffnung. Davon hatten sie schon genug. Nur ich betreue zwei Familien und der Verein hat mindesten 400. Also habe ich selbstredend diesen Part gern übernommen.

Wenn man Afrika auf eigenen Füßen bereist, also eine Safari unternimmt, gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder ist man erschüttert über die Zustände oder man lernt Menschen kennen, die einem die Augen öffnen, die man wegen seiner Höflichkeit, Freundlichkeit und dem grenzenlosen Optimismus ins Herz schließt. Jeder, der diese Situation erlebt hat, begreift langsam, das wir jeden Tag unseren Wohlstand genießen können, weil es auf 80 Prozent der Welt Armut herrscht. Ich kenne ebenso viele Menschen, die sich in Lateinamerika oder in in Asien einbringen. Alle sind von dem Wunsch beseelt, die Schere nicht weiter auseinander klaffen zu lassen. Wir haben nicht mehr die Zeit zuwarten oder zu hoffen das unsere Regierungen ernsthaft was unternehmen wollen, um diesen Zustand zu veränadern. So reifte auch bei der Familie Vonwald der Entschluß, die Kinder hatten den elterlichen Haushalt verlassen und standen selbst auf eigenen Beinen, sich auf Grund ihrer Erlebnisse in Kenia sich dort einzubringen.

Frohe Weihnachten

„Helfen  ist einfach  – man muss  es nur tun!“ Das  dachte    sich   Gabi   Vonwald,  als  sie  am  5.  September   2006  das Hilfsprojekt    .Harambee“     gründete,    zunächst   als  eine   rein  private   Aktion,   seit 2009   als  eingetragener     gemeinnütziger Verein.  Sie wollte   Kindern  und  Frauen  in einem    der    ärmsten     Länder    der    Welt helfen,  in Kenia. Harambee,     das    heißt    in   der    Landessprache    Kenias,    dem   Suaheli,    wörtlich übersetzt:   „Lasst   uns  gemeinsam    etwas tun“.

Begonnen hatte alles im sehr kleinen Rahmen mit der Unterstützung weniger Familien mit Essen und Schulgeld. Schnell sprach sich das bei Freunden herum. „Viele  fanden  es stimmiger, bei einer Person, die sie kennen   und  der  sie  vertrauen,   etwas   zu  spenden   als  bei  einer großen   anonymen   Organisation, wo  man keinerlei   Mitspracherecht hat und  so viel für die Verwaltung    draufgeht. Also   vermittelten  wir  auch  an unsere  Freunde  Patenkinder.    Irgendwann,    bei  rund  80  Kindern,  dachten   wir  dann  daran,  einen  zentralen   Ort  zu  schaffen,   von  dem  aus  wir unsere    Hilfe   bündeln    könnten.    Und  für mich   beginnt   eine   Verbesserung    immer mit einer guten Ausbildung.“ (G. Vonwald)

So wurde im Gründungsjahr unter anderem:

– Für 5 Familien wir neue Häuser errichtet, da die alten durch schwere Regengüsse          zerstört wurden,

– Für eine Schule in Mombasa eine Toilettenanlage für mehr als 90 Kinder errichtet,

– Eine Dorfschule wird mit Sachspenden und Schuluniformen unterstützt und

–  die Organisation Scope durch Sach– und Geldspenden unterstützt.

Patenkind Sifa

Aber wie es mit solchen Herzensangelegenheiten ist, gibt es Begegnungen, bei denen nicht mehr überlegt, sondern nur noch gehandelt wird und den Moment, wo sich alles einem zuwendet. Arber nennen es das günstige Prinzip. Und so begegnete der Familie Mr. Richard Karani, der in einer dem Verfall drohenden Lehmhütte 70 Kinder in Kilfi unterrichtete.

Kilifi liegt an einem idyllischen Ort circa 60 km nördlich von Mombasa am Klilfi Creek, das seit 1991 durch eine für afrikanische Verhältnisse futuristisch anmutende Brücke überspannt wird, direkt am indischen Ozean. Doch der Weg von Mombasa nach Kilifi steht im krassen Gegensatz zu dieser Brücke, denn nach der Regenzeit sind die Straßen  ausgewaschen und nicht selten gibt es Schlaglöcher, in denen selbst Reisebusse bis an die Achse versinken. Dieses Bild spiegelt für mich den Zustand des Landes wider. Es gibt unvorstellnbaren Reichtum von Wenigen auf der einen Seite und Armut und Hunger für den überwiegenden Teil der Bevölkerung.

Herr Vonwald mit Kind

Neben dem Meer gibt es im Landinneren den größten noch zusammenhängenden Wald, dem Arabuko-Sokoke Forest, der noch den ursprünglichen Zustand der Küstenregion erahnen läßt.  Einen Platz den ich jeden Individualurlauber nur empfehlenkann.

Mr. Richard Karanis Schule

Damit war der Ort und auch Menschen gefunden, die den Weg mit ihnen teilen wollten und bis heute ihr Wort gehalten haben. Es ist sicherlich nicht leicht zu verstehen, aber gerade in diesen Länder gibt es, neben der in allen Lettern beschriehenen Korruption, auch viel persönliches Engagement und menschliche Solidarität.

Bis das Grundstück den Besitzer wechselte und der Grundstein für die Schule und für das Social Living Project gelegt werden konnte war aber noch ein weiter Weg. Davon mehr in den nächsten Tagen.

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Eine Antwort zu Harambee – wie hat alles begonnen

  1. Anonymous schreibt:

    Vielen Dank dafür, dass Sie mir die Arbeit abgenommen haben. Danke für den guten Einstieg. Sie als ebenfalls Afrika-Kenner können beurteilen, dass es nicht immer leicht war, aber ich weiß heute, nichts und niemand wird mich jemals davon abhalten, meinen Weg weiter zu gehen.
    Gabi Vonwald

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