Ist das Leben ein Spiel oder verspielen wir es?

Sicherlich wird zu dieser Fragestellung in uns erst einmal ein kleiner Protest laut. Das Leben ist doch kein Spiel und sehr ernst, todernst und endet in jedem Fall mit diesem, unweigerlich ob wir es wollen oder nicht. Wir verdrängen es aus unseren Bewußsein und der Tod ist das größte Tabu in dieser Gesellschaft, behaupte ich. Nur für einen kleinen Augenblick tritt er ab und zu mal an uns heran, wenn ein Familienenmitglied, ein Freund oder ein naher Bekannter, „viel zu früh“, dahin gegangen ist. Wir vergießen einige Tränen und gehen wieder zu Tagesgeschäft über. Wer war dieser Mensch, was hinterläßt er uns?

Aber wenden wir uns heute lieber erst einmal dem Leben zu und damit eröffne ich eine Reihe von Betrachtungen zu diesem. Die Idee dazu kam mir gestern Abend. Nach einem sehr langen, arbeitsreichen Tag entschied ich mich noch in das Lokal an der Ecke zu gehen, unserem „Ein-Glas-Bier-Fachgeschäft“, um ein wenig Fußball zu schauen. Ich bin nicht der ultimative Fan und sehe die Spiele nicht durch eine gelbe, blaue oder rote Brille und habe mehr Freude an einem fairen, schönen Spiel, das der Bessere gewinnen soll. Ich bin also eher der naive Fußballfreund, da ich selbst sehr gern selbigen spielte. Nicht selten erntete ich böse Blicke, wenn ich im „falschen Augenblick“ jubelte, weil mir eine Aktion gefiel oder ein sehenswertes Tor geschossen wurde. In letzter Zeit ärgerte ich mich schon öfters, diesem Schauspiel noch beigewohnt zu haben. Da wird gezerrt, geholzt bis der Arzt kommt, Schwalben werden geflogen, das es ein Wunder ist, das diese muskolösen Beine danach überhaupt noch laufen können und das gesamte Szenario ring herum, hält mich schon lange von jedem Fußballplatz fern.

Auch stellte ich schon desöfteren fest, das die Atmosphäre aus den Fernseher, direkt auf die Menschen, die davor sitzen, über zu greifen scheint. Man versteht sein eigenes Wort nicht mehr und es ist ein wahrer Genuß, nach diesen Abenden, auf die Straße hinaus in den kühlen, stillen Abend zu treten und langsam nach Hause zu gehen. Selbst an Tagen, wo es einmal kein Fußball mehr gibt, spürt man die Aggressivität in den Gesprächen der Leute. Die letzten Tage zuvor hatte ich ein Event in unserer Stadt mit vorbereitet und mußte wieder feststellen, es geht immer noch mehr, lauter, greller, glamouröser. Alle klagen, aber die Feste werden immer ausgiebiger, exzessiver. Wir erleben den Rausch als Normalzustand!

Nun kam mir gestern Abend, auf dem Heimweg, der Gedanke, sind nicht die Spiele Spiegelbild unserer Umgangsformen? Mir fielen auf der Stelle eine ganze Menge ein, „Mensch ärgere Dich nicht“, „Monopoly“, „Poker“, „Fußball“ usw. Ist am Ende nicht meistens der der Verlierer, der sich an die Spielregeln hielt? Ist nun das Spiel schlecht oder der Spieler „Mensch“ nur nicht dafür geeignet?

Wenn ich nun unsere Zeit aus dieser Sichtweise betrachte, liegt es vielleicht gar nicht am Geld, dem Zins oder den Banken, das wir gerade die Welt zerstören, das „wir schneller an dem Ast sägen, auf dem wir sitzen, als uns Flügel wachsen“ (G. Gundermann)? Sind nicht wir eher die Täter, als die Opfer, weil wir die Verantwortung lieber delegieren, als sie selber wahr zu nehmen? In diesem Zusammenhang kamen mir gestern, weil ich unter anderem mit einem Bekannten über die wahrscheinlichen Schöpfer dieses Spektakels Fußball, die Mayas, gesprochen hatte, noch zwei weitere wichtige Gedanken. Wissenschaftler haben auf Grund von archäologischen Funden ermittelt, das der Urmensch circa vier Stunden benötigte, um sich seine Nahrung zu beschaffen und dadurch in der restlichen Zeit in der Lage war, sich Hilfsmittel zur Verbesserung seines Lebens selbst herzustellen. Heute racken die meisten Menschen bis 10 Stunden am Tag, werden nicht richtig satt und leben in einer fremden, uniformen Welt.

Ab einem bestimmten Zeitpunkt, waren einige Menschen dadurch in die Lage versetzt, sich die „Hände selbst nicht mehr schmutzig  machen zu müssen“ und unter anderem der Prozeß der Verstädterung begann.

Wenn ich Arbeit nun als den Prozeß der Wertschöpfung betrachte, die ja den Menschen erst möglich gemacht hatte, weil sie seine Kreativität förderte und schulte, stellt sich für mich heute die Frage, da alle Prozesse umkehrbar sind, wie einen Muskel, der sich zurückentwickelt, wenn ich ihn  nicht mehr benutze, liegt der Verlust an sozialer Kompetenz nicht vielleicht am realen Verlust haptischen Schöpfertums, der Arbeit? Was ist aus ihr geworden? Welchen Stellenwert hat sie heute noch? Wer verrichtet noch eine Tätigkeit in diesen Sinne, die ihn herausfordert? Es gibt Menschen, die ernsthaft das Geld abschaffen wollen! Mit welcher Ware soll dann ein Versicherungsmakler tauschen?

„Der Mensch ist für die Erde geschaffen, nicht für das Wasser. Er kann das Denken zu seiner Hauptbeschäftigung machen und kann es dabei sehr weit bringen. Aber am Ende hat er die Erde gegen das Wasser vertauscht und wird einmal jämmerlich darin ersaufen!“ (H. Hesse)

Da fällt mir glatt noch ein Satz ein, „Fortschritt ist die Wiederholung der Katastrophe auf scheinbar höherer Stufe“ und um so höher man steigt, um so tiefer wird der Fall sein. Sollten wir neben dem „Wasser“ nicht auch den Traum vom Fliegen, der endgültigen Loslösung von der Erde, beerdigen, denn schon die griechische Antike verrät uns wie es enden wird, auch genügend eigene Beispiele haben wir selbst schon verdrängt. Wollen wir uns nicht lieber wieder mit beiden Beinen auf die Erde stellen? Sollten wir nicht lieber das erledigen, wozu uns die Materie oder Gott hervorgebracht hat, einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen und somit das Paradies wieder finden, aus dem wir täglich selbst vertreiben ? Nehmen wir es in die Hand und setzen es nicht auf eine Karte, das Leben!

„…Ja diesem Sinne bin ich ganz ergeben, das ist der Weisheit letzter Schluß, nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muß…“ (J. W. v. Goethe)

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Über muzungumike

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9 Antworten zu Ist das Leben ein Spiel oder verspielen wir es?

  1. Elke schreibt:

    Hallo Mike,

    danke, für deine aussagekräftige Antwort.

    Vorweg – Kirchen, Religionen sind für mich in erster Linie Institutionen / Machtinstanzen.- da bin ich genau genommen, auch so etwas ähnliches wie ein Heide. Die einzige biblische Größe die ich zu meinem Vorbild gewählt habe, ist Jesus – weil dass, was er sagt, Hoffnung gibt und zugleich verdeutlicht, das alle Menschen was falsch machen und niemand das Recht hat andere zu verurteilen, da man selbst auch nicht perfekt ist. Das gefällt mir und erscheint wichtig im Umgang miteinander. Er wurde im AT angekündigt und im NT bestätigt. Die Prophezeiungen halte ich für wahr, denn Zeit ist nicht so, wie wir sie wahrnehmen.

    Der Lehre des Buddha ist mir als vorhanden bekannt, allerdings kenne ich die genauen Aussagen nicht. Aber dass, was ich darüber lese und höre finde ich schön und ich werde mir wohl demnächst ein Buch aus der Stadtbücherei ausleihen, um es genauer nachzulesen. Ich habe ohnehin den Eindruck, dass alle Glaubenslehren ein Teil der ganzen Wahrheit sind. Alle sind spirituell – nur der Mensch macht den Fehler und missbraucht sie als Machtinstrument. Fundamentalisten sind Menschen, die m. M. nach, nicht erkannt haben / respektieren wollen, dass jedes Individuum seinen eigenen Weg gehen und finden muss. Dass jedes Leben ein Prozess ist, der stattfinden muss. Unterstützen ja – (Er-) Zwingen, dazu noch unter Anwendung von Gewalt-> niemals!

    Ansonsten stimme ich dir vollkommen zu. Die westliche Welt, gefangen im Konsumwahn, der Technikgläubigkeit, hat sich von ihrem Ursprung als Wesen unter Wesen in der Welt entfernt und hat kein Gespür mehr für das Spirituelle in der Welt. Aber ich habe das Gefühl vielen ist es mittlerweile bewusst geworden und sie suchen wieder nach mehr Sinn in ihrem Leben, da materieller Reichtum nicht glücklich und zufrieden macht. Ganz im Gegenteil Viele spüren, dass ihr Leben „leer“ geworden ist, trotz aller Unterhaltungsmöglichkeiten.

    Ja, die Sünde ist schwer definierbar, aber ich denke im Prinzip ist alles dass Sünde, was den Frieden stört, andere verletzt und/oder schädigt, die Harmonie zerstört. . Alles, was aus niederen und negativen Gefühlsregungen begangen wird. So stelle ich es mir zumindest vor. Kriege sind meiner Meinung nach auf jeden Fall sündhaft – sie sind zerstörerisch und töten wahllos Menschen – auf Knopfdruck – noch perverser geht es doch schon gar nicht mehr. Kein Streitpunkt / Standpunkt, in der Welt, berechtigt zum Mord. Krieg ist nichts weiter als staatlich angeordneter Massenmord! So sehe ich dass und verstehe bis heute nicht – warum wir Menschen so etwas machen / dazu fähig sind. Ebenso wie die Handlungen, die diese Welt zu zerstören drohen. Ich habe bei Wolfgang Jensen den Button „occupy yourself“ gelesen- du auch? Da stehen wunderbare Sachen drin.

    Ich glaube,wir sind alle auf dem Weg – Wolfgang, Martin, du und viele andere die ich/ wir nicht kenne/n. Aber ich fange gerade an zu laufen  Ihr seid schon ein ganzes Stück weiter.

    Alle sind Eins, ist nicht einfach zu verstehen, schon alleine deswegen nicht, weil unsere Bewusstseinszustände voneinander getrennt sind (haben).
    Wenn ich den Aussagen folge, dass alles Energie ist, kann es auch nicht anders sein, dass alles Eins ist. Ein Urspung, aber viele verschiedene Wege/ Formen der Energie. Die aber alle wieder zusammenlaufen können, Energie ist wandelbar!
    Dass hieße allerdings auch – wir sind tatsächlich unsterblich. Ich habe zwar null Ahnung wie das alles zu erfassen ist – aber die Vorstellung ist irgendwie gut.

    So trage ich zur allgemeinen Verunsicherung bei. Denke, die teilen wir uns auch -> alle. Manche wissen es, andere bemerken es nicht und leben ahnungslos in den Tag hinein…
    Unerklärlich ist ja auch das Bewusstsein, wir haben es, wissen aber nicht was es ist und wie es entsteht. Auch der Herzschlag im Mutterleib, auf einmal zündet ein „Funke“ und alles geht seinen Gang – Wer/ Was löst den Funken aus? Es gibt vieles, was für uns unerklärlich ist.

    Für mich ist der Glaube an einen Gott, der uns liebt und zu dem wir zurückgehen, wenn wir sterben, ist sehr tröstlich. Welchen Vorteil hätte es nicht daran zu glauben? Keinen, will ich mal behaupten. Zudem ist das sehr spirituell und befasst sich mit dem Sein. Reine Rationalität birgt eine große Gefahr in sich, die sich im Zeitalter des Fortschritts auch deutlich abzeichnet. Mit dem Verfall des Glaubens, wächst die Zerstörung der Welt. Wer nach dem Motto lebt, jeden Tag zu leben als sei es der Letzte und dabei im Glauben ist er muss alles mitgemacht/ausprobiert haben, soviel mitnehmen wie er nur kann, aus dem Vollen schöpfen und dabei weder nach rechts noch nach links schaut : Der geht auf Kosten anderer durchs Leben. Purer Egoismus/Materialismus. Das macht nicht jeder- klar, aber doch viele – zu viele.

    Ich plädiere für Achtsamkeit! Im gesamten Leben. Auf das Recht sein Leben frei zu gestalten, aber so, dass die Natur geschont wird und kein anderer durch das eigene Verhalten schaden nimmt. Nehmen so viel wie nötig und geben so viel man kann.
    Ich finde das ist ungeheuer schwer und ich übe noch, mache Fehler – so wie jeder andere auch….
    Ausgerechnet mein ex-AG (Lidl , den ich zuletzt nur noch gehasst habe, hat mich auf Umwegen auf diesen Weg gebracht – Unglaublich.

    Ich wünsche dir noch einen schönen Tag.
    LG
    Elke

    • muzungumike schreibt:

      Hallo Elke,
      noch ein kleiner Nachtrag. Es stellt sich doch die Frage, warum waren in den meisten Konflikten in der Vergangenheit gerade das Abendland Ausgangspunkt oder wenigsten der Brandstifter? Wir müssen es nicht erst auf den Konsumwahn oder die Technikgläubigkeit schieben. Schauen wir zurück in die Geschichte. Sicherlich hat es auch ohne unseren Einfluß bewaffnete Konflikte gegeben. Wie ist der Teil der Welt, aus dem ja auch gedanklich Amerika hervorgegangen ist, mit seinen Andersdenkenden umgegangen? 500 Jahre Inquisition, 30 jähriger Krieg, Thomas Münzer, Jan Hus, Sozialistengesetze, Reichspogromnacht, und wie mit seinen Sympathisanten? Inge Vieth hat einmal den Satz gesagt. „Laut Geschichtsschreibung waren Th. Münzer und J. Hus (http://de.wikipedia.org/wiki/Jan_Hus) Freiheitskämpfer. In der heutigen Terminologie wären sie Terroristen“
      „Ganzes Stück weiter“, da es nicht messbar und auch nicht mathematisch berechnet werden kann, ist das Deine Annahme, aber stelle Dein eigenes Licht nicht unter den Scheffel. Es ist nicht wichtig wie weit jemand ist, es kommt darauf an Synergien herzustellen, die ein menschenwürdiges Leben wieder ermöglichen und da liegt vor uns noch ein langer Weg, da können wir „junge Beine“ bestimmt gut gebrauchen 😉
      Viele Grüße Mike

  2. Dr. Martin Bartonitz schreibt:

    Mike, bist Du auf Facebook zu finden? Haben mal Deinen Artikel hier auf die Reise gebracht: https://www.facebook.com/martin.bartonitz/posts/246881828707080

  3. Dr. Martin Bartonitz schreibt:

    Hallo Mike,
    auf gold-dna las ich die Woche, dass der Mensch bestrebt sei, immer mehr Ordnung zu schaffen. Daher mehr Fortschritt? Mehr Differenzierung? Mehr Hierarchie? Hin zur Weltregierung?
    Ich lese gerade in dem Buch Jamilanda – die öko-ligente LebensArt von Alexander Baltosée. Darin beschreibt er ein Leben, wie Du und ich schon mehrfach spintisiert haben. Die höchste Form der Organisation direkt zwischen den Menschen ohne Dirigieren von oben. Der Gestaltung des Lebens, in der viel Bedarf wieder selbst erschaffen wird und jeder daran arbeitet, worin der Sinn sieht. So kann man das Spiel miteinander auch spielen. Und in der Zeit des Lesens in diesem Buch habe ich ein wohliges Gefühl, sprich ich scheine in Resonanz mit diesen Gedanken im Buch zu sein.
    Ich hatte gestern mit der jüngsten Tochter (16) meiner Freundin, ein Gespräch über die Bewegungen in der Welt und wir sinnierten über „Alles ist Energie“, wir sind scheinbar darüber alle miteinander verbunden. Wenn alles miteinander verbunden ist, dann ist die Welt ein großer Organismus und jeder Einzelne ein kleiner Teil davon. Ähnlich wie in unserem Gehirn jede Zelle für sich „denken“ kann, und erst im Verbund zu einem Bewusstsein kommt, so scheinen unsere neuen Kommunikationsmedien nun ein weltweites Meinschheitsbewusstsein zu schaffen.
    Noch vor wenigen Wochen wurde auf unseren Schulhöfen noch nicht über die Bewegung gesprochen. Nun ist sie aber auch dort angekommen.
    Lea bemerkte, dass kaum noch ein Schüler ohne Baldrian in eine Klausur ginge. Auch die Lehrer sähen immer abgespannter aus und fehlten immer häufiger. Auch hier wird der Wunsch mehr, dass sich was ändern muss und so nicht weitergehen kann.
    Gehen wir also in das nächst höhere Level des Spiels. In ein Level, in dem nicht mehr via Konkurrenz der Einzelne gewinnt und der Rest verliert, sonder via Kooperation alle gemeinsam voran kommen.

    • muzungumike schreibt:

      Hallo Martin, also Ordnung und Fortschritt, bitte nicht in einen Topf, da paßt kein gemeinsamer Deckel drüber. Sicherlich versucht der Mensch sich die Ordnung leichter zu machen oder Ursachen dafür zu ergründen und daraus resultiert die Suche nach Neuem. Andere Kulturen wägen ab, ob Erkenntnisse, die sie gesammelt haben für sie praktikabel sind oder nicht und verwerfen Dinge sie die als nicht notwendig erachten. Wir haben den MARKT als Regulare gewählt, der alles richten soll. Er tut es, aber da ist das kind schon in den Brunnen gefallen. Dadurch traten Werbung und Lobby auf den Plan, die es wieder richten sollten, aber das ganze Gegenteil hervorbringen. In den meisten Fällen verwechseln wir Ursache und Wirkung!

      Ja WIR sind ALLES EINS. Nur wir können es nicht mehr erfassen, weil uns u. a. durch die vielen Informationen auf unserer Festplatte das Stückchen fehlt, das Transzendenz zuläßt. Wir betrachten alle diese Welt und sind der Meinung und halten, das was wir sehen, für wahr und unumstößlich, weil wir den nächsten Moment der Veränderung, ein Wimpernschlag im der Zeitrechnung des Universums, vielleicht nicht einmal mehr erleben oder ihn einfach schon nicht mehr wahr nehmen, wo sich das Bild schon wieder verändert hat. Ich glaube und da sind wir wieder bei dem uns beschäftigenden Ansatz, es wird nie der Moment eintreten, wo jeder nur das „arbeitet, worin er den Sinn sieht“ Freiheit heißt Verantwortung zu übernehmen, nicht nur für sich und sein Handeln. Wolfgang hat das Bild mit dem Baum geprägt, das mir sehr gut gefällt. Nur in dem er anderen uneigennützig zur Verfügung steht, hat er die Möglichkeit sich selbst zu erfahren und zu entfalten, zu wachsen, weil er nur dadurch Zusammenhänge erfährt.
      Wenn wir einmal davon ausgehen das wir aus etwa 1 Milliarde von Atomen bestehen und die wieder aus mehreren Quarcs. Da jedes Quarc zum selben Zeitpunkt an zwei Stellen gleichzeitig sein kann, sind wir ebenso mit der Vergangenheit wie mit unserer Zukunft und mit allen Daseinszuständen verbunden, gleichzeitig. Um den BEOBACHTER aber zu zulassen, bedarf es aber der Übung an Konzentration, die nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen möglich ist, die uns praktisch heute vollständig entzogen ist.
      Wie gesagt, ich habe einigen wichtigen Persönlichkeiten geschrieben. Das Ergebnis hatte ich fast vermutet. Sie lassen sich nur vom Verstand leiten und erachten eine interdisziplinäre Arbeit an einem Zukunftsmodell nicht für wichtig. Sie gehen von der Meinung aus, schon eine wissenschaftliche Antwort zu haben. Wie tief willst Du ins Universum eintauchen?
      Hier ein schöner Teil aus „what the bleep“: http://www.youtube.com/watch?v=lnPEKbMCxso&feature=related
      Viele Grüße com. Mike

    • Elke schreibt:

      Hallo Mike,
      ich bin deinem Link bei Martin gefolgt.
      „Ja WIR sind ALLES EINS. Nur wir können es nicht mehr erfassen, weil uns u. a. durch die vielen Informationen auf unserer Festplatte das Stückchen fehlt, das Transzendenz zuläßt.“
      Ich glaube auch, dass alles miteinander verbunden ist, aber ich verstehe nicht, warum es uns nicht so einfach zufällt wie das Atmen, oder das Denken.
      Ich stelle mir vor, wenn jeder mit Allem verbunden ist und es auch wahrnimmt – dann gäbe es keine Falschheit / keine Verbrechen mehr. Rein theoretisch würdest du dann alles was geschieht wahrnehmen. Lügen wäre ein Ding der Unmöglichkeit. Niemand könnte seine innersten Gedanken und Gefühle vor anderen verbergen. Dass würde doch unsere Handlungsweisen total verändern. Könnte man dann sogar auf gewisse Weise unfrei sein, weil man im Prinzip unter Dauerbeobachtung steht?
      Da ich an Gott glaube, aber nicht erfassen kann was/wer er ist, reime ich mir manchmal etwas zusammen, was natürlich überhaupt nicht belegt werden kann, ich aber für vorstellbar halte. Vater, Sohn und Heilger Geist. Oft habe ich darüber nachgedacht, was die Symbiose bedeuten könnte. Als ich vor ein paar Monaten auf die Theorie des kollektiven Bewusstseins gestoßen bin, kramte ich wieder die Bibel hervor und begann darin bewusster zu lesen, versuchte zwischen den Zeilen zu lesen und googelte, um andere Auslegungen zu erhalten. Es klingt für dich vielleicht irre, ich habe mir gedacht, wenn der Urgeist, das Urbewusstsein quasi als Gott bezeichnet wird, Jesus sein Abkömmling ist und das kollektive Bewusstsein, dass beide sich teilen (ich bin im Vater und der Vater in mir) , als Heiliger Geist bezeichnet wird – dann ist die Dreieinigkeit für mich verständlich. Ebenso ist auf einmal klar, warum Gott jeden Gedanken der Menschen kennt, was aber wiederum bedeutet wir sind bereits ein Teil des kollektiven Bewusstseins, aber von uns aus abgespalten, da es (augenscheinlich) nur in einer Richtung funktioniert. Wie ist es dazu gekommen? Hat der Sündenfall etwas damit zu tun?
      Interessant ist die Sicht auf die Fähigkeiten der kleinstenTeilchen die wir kennen, Quarks & Co. Wenn die Ausführungen hinsichtlich der Zeit zutreffen, Zeit eigentlich allgegenwärtig ist – also Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit nicht getrennt voneinander sind, dann ist die Offenbarung tatsächlich eine Rückschau auf das, was passiert ist, nicht auf das, was kommt. Überhaupt gibt es viele Voraussagen von Personen die in die Zukunft „sehen“ können/konnten, die tatsächlich auch eingetroffen sind. Andere dagegen haben sich nicht bewahrheitet, etwa weil sie falsch gedeutet wurden, der angenommene Zeitpunkt falsch war – oder weil sie gänzlich falsch waren (betrügerisch). Die Offenbarung in der Bibel ist kein Märchen, sondern eine Warnung an uns (für uns), um unser Handeln zu ändern.
      Du bist doch ein kluger Mensch, hältst du solche Gedanken für vertretbar?
      Liebe Grüße
      Elke

      • muzungumike schreibt:

        Hallo Elke
        und herzlich willkommen in meiner Verunsicherung!
        So einfach ist das nicht mit dem alles-verbunden-sein. Die westliche Welt hat sich davon weit entfernt, hat alle Bindungen zerschnitten und uns isoliert, in ihren Individualismus. Indianer, Aborigines treten heute noch in Trance untereinander und mit ihren Vorfahren in Kontakt. Buddhisten (Tibet) finden unter Millionen von Menschen heute noch die Reinkarnation eines früheren buddhistischen Führers. Nur leben die Völker in einer entschleunigten Welt und es ist auch nicht allen zugänglich. Also auch da gibt es die menschlichen Schwächen, mal eine Notlüge zu gebrauchen. Es liegt auch klar auf der Hand, das z. B. die Kriminalitätsrate verschwindend gering ist. Aber es sind genau so Menschen wie Du und ich! Vielleicht ist die Geschichte ja auch ganz anders gewesen und Jesus und Mohamed waren nur eine Reinkarnation von Prinz Siddhartha Gautama, Buddhas, der das Opfer auf sich nahm so oft wieder geboren zu werden, bis er allen Menschen die Erleuchtung gebracht hat. Ich denke gerade über diese Theorie nach und werde dazu auch mal was schreiben. Wie gesagt nicht ganz ernst nehmen, aber bei einem Vergleich findet man viele Übereinstimmungen und Ähnlichkeiten.
        Zeit ist ein menschlicher Begriff, weil wir nur eine begrenzte Vorstellung haben und es an unser Leben gebunden ist. Es war notwendig um z. B. Ackerbau zu betreiben und Entfernungen abschätzen zu können. Das eigentliche Leben ist hier und jetzt. Nur der zivilisierte Mensch glotzt ständig auf morgen und bricht sich heute die Beine. Wenn wir über eine künftige Gesellschaft nachdenken, müssen wir aufhören nur in rationellen Ebenen zu denken und aufhören alles erforschen zu wollen. Ich bin wie gesagt Heide, aber trotzdem gibt es für mich viele Aspekte aus verschiedenen Glaubensrichtungen, die für mich wichtig sind. Spirituelles Leben ist was anderes, als in eine Kirche oder ein Moschee zu gehen und auch da befinde ich mich noch am Anfang.
        Was ist Sünde, ist es nicht eine Darstellung einseitige Schuldzuweisungen zu tätigen. Sicherlich gibt es Fehlverhalten und die wird es solange geben, solange es Menschen gibt, aber ist da immer nur der sündig, der am Pranger steht, ans Kreuz genagelt wird. Warum ist Krieg keine Sünde, warum ist gerade das schlimmste Verbrechen unter den 10 Geboten heute salonfähig in einer „christlichen Welt“? Die Bibel ist kein Text und schon gar nicht die Geschichte der Menschheit, auch wenn davon vieles sich darin wiederfindet. Sie ist ein Bilderbuch, das uns lehrreiche Hinweise geben kann, wenn wir aufhören die Worte nur zu wiederholen und in uns das Bild entstehen lassen, das dort nur in Worte gefaßt wurde.
        Übrigen Danke für das Kompliment, ich bin auf dem (meinem) Weg und lange noch nicht klug.
        Viele Grüße Mike

  4. muzungumike schreibt:

    Hallo sweetkoffie, vielleicht liest Du auch den vorangegangen Beitrag. nun habe ich wieder ein halbes jahr den rücken krumm gemacht und da hat sich wieder so einiges angesammelt. Ich möchte eine Streitkultur mitentwickeln, wo es um unser Leben geht. Mein Schiffchen fährt nicht weit, aber tief. Viele Grüße in den Westen com. Mike

  5. sweetkoffie schreibt:

    …. Sollten wir nicht lieber das erledigen, wozu uns die Materie oder Gott hervorgebracht hat, einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen und somit das Paradies wieder finden, aus dem wir täglich selbst vertreiben ? Nehmen wir es in die Hand und setzen es nicht auf eine Karte, das Leben!…

    Lieber Mike, das sind weise Worte, die ich mir mit ins Wochenende nehmen werde.
    Herzliche Grüße gen Osten!
    SK

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