Von der Schwierigkeit des menschlichen Handelns

Heute möchte ich mal die ganze Sache mal nicht ganz so tierisch ernst betrachten, aber vielleicht liegt auch in dieser Darstellung am Ende ein Fünkchen Wahrheit.

Da ich nicht von einem kleinen Planeten in der Nähe von Beteigeuze, stamme und auch nicht der Meinung bin, das an allem der Urknall Schuld sei, ziehe ich mich lieber leise aus den Universum ein wenig zurück und stelle nur meine Betrachtungen über den Mikrokosmos ERDE an 😉
Wir stehen mal wieder auf dem Kopf oder Herr General die ganze Armee ist außer Tritt. Sicherlich steht fest, das wir ein Teil der Materie sind und das diese sich wie alles andere in Bewegung befindet, zwischen zwei Extremen sich bewegt, der Ordnung und dem Chaos. Es ist nebensächlich und für mich erst einmal nicht nachvollziehbar, ob das Universum wirklich expandiert oder nicht. Als Rückschluß auf unsere Handlungen, könnte es der Fall sein, siehe letzten Kommentar „Ist das Leben ein Spiel…“

Man kann die Sache aber auch umgekehrt betrachten und der Ansatz scheint mir realistischer. Also drehen wir das Fernglas mal um, weil wir ja so wie so nicht wissen, wie es richtig herum gehalten wird. Wir denken uns unsere Umwelt, unsere Welt entsteht durch unsere Vorstellungen, die wir entwickeln. Da wir so zu sagen ein Realexperiment am eigenen Körper durchführen, funktionieren manche Versuchsanordnungen nicht, weil wir immer wieder den gleichen Gedankenansatz verwenden, der vielleicht vor 1000 Jahren einmal von Erfolg gekrönt war. Wir versuchen dem Affenexperiment gleich, immer wieder mit den gleichen Reaktionen zum Erfolg zu kommen. In dem zurückliegenden Zeitraum haben wir so viele verschiedene und schnellere Technologien entwickelt, das wir, dem Zauberlehrling gleich, die Kontrolle über unser Fahrzeug verloren haben, das erklärt die Expansion und die Beschleunigung (Hektik). Wir rudern, einem Ertrinkenden gleich, wild umher und verschlimmern unsere Lage dadurch nur noch.
Der Mensch hat jetzt gemerkt, das er mit der Handlungsweise der letzten 30 Jahre seinen Untergang vorbereitet, „das er an dem Ast sägt, auf dem er sitzt, schneller als ihm Flügel wachsen“ und unsere Überlebensmechanismen fangen an Alarm zu schlagen. Der jetzige Moment läßt sich wie folgt beschreiben. Wir haben erkannt, das unsere Verhaltensweisen uns selbst bedrohen oder einen großen Teil der Weltbevölkerung. Wir sind aber in Gewohnheiten gefangen, ich kann doch nicht Schuld sein und so suchen wir deshalb die Ursachen außerhalb, also am Geld, am Zins, an Hurrikans, an Außerirdischen oder am Urknall, weil wir uns immer noch weigern, einzugestehen, wir müssen unser Verhalten, also mein eigenes ICH, ändern.

Dies ist eben auch nicht ganz so einfach, denn wir haben in uns ja einen Autopiloten, der die meisten Prozesse, die wir über Millionen von Jahren in unserm Erbgut gespeichert und automatisiert haben, für uns erledigt. So erklärt sich zum Einen, die Kluft zwischen Denken und Handeln. Der zweite Aspekt ist der, das wir um überhaupt Dinge benennen oder finden zu können, ein adäquates Abbild in unserm Autopiloten gespeichert haben müssen. Dieses neue Weltbild ist momentan gerade erst dabei nebulös zu entstehen und muß sich erst verdichten, um eine erkennbare Gestalt anzunehmen.

Früher hatte es ausgereicht, das sich einer den Kopf zerbrach und eine Theorie, die anfänglich völlig einleuchtend war, niederschrieb. Nun dachten kommende Generationen, das perpetuum mobile sei erfunden und sie müßten nichts mehr dazu tun. Wenn dann der Karren wieder im Dreck landete, fanden sich schnell Persönlichkeiten, die alles über den Haufen werfen wollten und die noch vor wenigen Augenblicken selbst gepriesene Lehre zu Dogmen abstempelten, um am Ende nicht anderes hervorzubringen. Also wie kann ein neuer Entwurf aus seinen zarten Umrissen heute Gestalt annehmen?

Ich selbst habe mich oft laut beklagt, warum Menschen sich gegen Ungerechtigkeiten oder Mißstände so selten zur Wehr setzten, lagen doch die Ursachen klar auf der Hand. Oder warum sind wir so wenig solidarisch mit Menschen die in Not sind, warum bringen Menschen es fertig brutal gegen die eigenen Artgenossen vorzugehen. Dann ging mehr schlagartig ein Licht auf, als ich mir den Film „What the bleep“ (was ist das Unaussprechbare) angesehen hatte. Auch hier liegt die Erklärung in unseren Überlebensmechanismen, die ab einer bestimmten Reizüberflutung, die ja permanent gegeben ist, einfach den Bildschirm ausschalten oder die Kamera auf etwas Erfreulicheres umschwenken und so den Sachverhalt einfach ausblendet. Es soll ja sogar kluge Wissenschaftler gegeben haben, die die Strategie zu einer Art Therapie umgewandelt und ihr den bezeichnenden Namen „positives Denken“ verliehen haben.

Und wir wundern uns über unsere Unschlüssigkeit? Da kann ich nur mit Herrn Otto Reuter antworten: „Ick wundre mich üba jarnischt mehr!“

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Über muzungumike

Interesse an internationalen Ereignissen, die wenig oder keine Beachtung in der Medienwelt finden, z.B. reale Entwicklungshilfe, lustige Anekdoten, Länderkunde etc.
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4 Antworten zu Von der Schwierigkeit des menschlichen Handelns

  1. www.gold-dna.de schreibt:

    Irgendwie finde ich mich in den Worten des Textes wieder … Universum, Ordnung, … das kenne ich doch 😉
    Nun will ich auch mal meinen Senf dazugeben, was leider nicht ohne den Blick auf das Gesamtbild, sprich das Universum als Ganzes, auskommt, ist doch jedes Einzelbild zu jeder Zeit mit allen anderen Bildern in Verbindung. Die Macht der Gedanken a la Bleep hört sich gut an, funktioniert nur nicht, weil eben alles zusammengehört. Passt mein Wunsch, mein Gedanke, nicht in die Logik des realen Bilderflusses, so lässt er sich nicht realisieren, sonst könnten die meisten Menschen nämlich inzwischen fliegen, einfach so. Deshalb haben alle großen Veränderungen kleine Anfänge. Und diese Veränderung muss ins Gesamtkonzept passen.
    Warum wehren wir uns so wenig oder stehen nicht für Ungerechtigkeit ein ? Weil die, die es könnten, das, was angeprangert werden könnte, nicht am eigenen Leib erfahren, und die, die es erfahren, nicht die Möglichkeit haben, sich zu wehren. Ein Dualismus mit enormer Polarisation.
    Einstein sagte einmal: Man kann ein Problem nicht mit den gleichen Denkstrukturen lösen, die zu seiner Entstehung beigetragen haben.
    Er sagte aber auch: ‚Es gibt weder große Entdeckungen noch wahren Fortschritt, solange noch ein unglückliches Kind auf der Welt ist.
    Und in diesen zwei Sätzen steckt das ganze Wesen der expansiven Bilder des Universums, wofür das Universum nichts kann, denn es ist nur ein Mittel zum Zweck … eben eine bildhafte Interpretation, der Ordnungsschaffung wegen, der Optimierung wegen. Fortschritt ist nichts anderes, als die Reaktion des Lebens auf die Unordnung aus der das Universum hervorgeht. Jeder Ausbruch von Unordnung, sei es Gewalt, Unterdrückung, … hat anderswo in der Realität ein Gegenstück der Ordnung, nur ist aktuell die Unordnung (noch) immer einen Schritt voraus. Das ist für die Betroffenen natürlich keinerlei Rechtfertigung oder gar ein Trost, dass sie leiden, damit das dualistische Gegenstück anderswo sich glücklich schätzen kann. Und genau hier wird deutlich wie viel Sirenengesang viele Menschen inzwischen ausgesetzt sind … und wie wenig Odysseus in immer mehr Menschen steckt. Immer mehr Menschen lassen sich von der Expansion mehr und mehr verführen, sei es der Konsum, das schnelle Geld, der technische Fortschritt … während andere weltweit ihnen diese Verführung mit ihrem Leid überhaupt erst ermöglichen. Und doch, gerade, weil es immer weniger so scheint oder als realisierbar angesehen wird, wird sich diese Entwicklung umkehren … nichts wächst ewig, jeder Dualismus ist irgendwann maximal entzweit, so dass sich die angesammelte Spannung der Polarität entladen wird. Auf jede Aktion folgt eine Reaktion. Aus diesem Zusammenhang ist das Universum hervorgegangen und es braucht keine andere Gesetzmäßigkeit, um die gesamte Realität, zu allen interpretierten Zeiten, zu erfassen, zu begreifen. Im Grunde testet das Leben, das Gesamtbewusstsein, aus, wie weit es die Expansion vorantreiben kann, ohne sich unwiederbringlich vom Bild des Universums zu entzweien.
    Früher genügte in der Tat einer, und ein neues Weltbild war geschaffen. Aktuell braucht es immer mehr Einzelbewusstseine, um darzulegen, dass das Universum gar nicht expandiert … und nun könnte ich zig Beispiele aufführen, um dieses zu verdeutlichen, doch dafür gibt es ja mein Internetprojekt. Daher bezüglich der Weltbilder nur dieser Link, mit dem Titel: Gruppensex ist nicht gleich Herdentrieb … http://www.gold-dna.de/update5.html#up88 … ja, ja, sex sells, vor allem, wenn es sich um die Expansion dreht …

    Gruß

    • muzungumike schreibt:

      Hallo und vielen Dank für Deinen Besuch hier. Du hast mit Deinem „ich finde mich in den Worten des Textes wieder“ völlig Recht. Ursprünglich sollte es ja auch dazu ein Kommentar werden und auf Deiner Seite habe ich auch schon desöfteren gestöbert. Aber manchmal ist es eben so mit den Schreiben, da nimmt es, ohne das man es will, eine völlig andere Wendung an und schon ist es ein eigener Text. Ich hatte ja auch davor gesetzt, das man den Text nicht ganz so wissenschaftlich ernst nehmen soll. Er soll ein wenig die Phantasie anregen.
      Was die Gedanken und ihre Kraft betrifft, bin ich nicht ganz Deiner Meinung. Da rede ich nicht von dem, was irgendwo geschrieben steht, sondern aus eigenem Erleben, positiv wie negativ. Ich gebe Dir Recht, es gibt Grenzen und sicherlich gehört das Fliegen sicherlich zu den Dingen, die sie nicht zu Wege bringen. Ich ordne sie auch mehr in die Kategorie WUNSCH ein. Gedanken haben für mich einen sehr realen Bezug zur Wirklichkeit. Sicherlich kann ich mich nicht hinsetzen und mir Gedanken machen, wie werde ich reich („Secret“) und morgen bin ich es. Es gehört neben der Fokussierung der Gedanken auch immer ein konzentriertes Handeln dazu, das ich ganz bewußt von Methoden des „positiven Denkens“ abgegrenzt hatte, weil sie ja vor allem Dinge ausblenden, die unangenehm sind. Sicherlich ist das auch mit Einschränkung zu genießen, da man bei besserer Konstellation sich dann doch mit ihnen beschäftigt.
      Ich bin kein Wissenschaftler, aber ich beobachte die Menschen und die Wandlung des Textes hatte da seinen Ansatz. Unser Handeln erscheint uns folgerichtig. Bei anderen Menschen fangen wir an, Schubladen auf und wieder zu zu machen und wundern uns, warum verhält sich derjenige denn jetzt so, sind empört. Wenn wir uns selbst genauer studieren und als Kampfkünstler macht man es zwangsläufig, kommt man dahinter, das wir an vielen Stellen die gleichen Verhaltensmuster aufweisen und dies wollte ich mit den nicht so ganz ernst gemeinten Text transportieren, weil ich mich eben selbst oft dabei erwische, genau diese Reaktion an den Tag zu legen.
      Wie gesagt ich finde viele Dinge, die Du schreibst hoch interessant, aber manche kann ich einfach nicht fassen, weil sie mir zu theoretisch, zu fern, sind. Deshalb drehe ich das Fernglas um und habe nicht dazu geschrieben, das ich damit klarer sehe 😉
      Viele Grüße Mike

  2. Dr. Martin Bartonitz schreibt:

    Es ist allerdings eine Gradwanderung, sein Tun so auszurichten, wie man es sich selbst als besser für die Allgmeinheit vorstellt. Wenn man dabei aber Gefahr läuft zum Außenseiter wird, also von dem Rest der „mitlaufenden“ Gesellschaft ausgestoßen zu werden, dann wird es schwierig, denn der Überlebensreflex schlägt zu!
    Und wie immer lautet es dann:
    steter Tropfen höhlt den Stein, also evolutionäre Schritte machen, einen kleinen Schritt vor den anderen.
    Und das ist, was gerade mit der Bewegung passiert. Da muss viel gelernt werden, die Fehler bewusst werden. Und dann sind die Alternativen zu besprechen, zu analysieren und die besten Ideen gemeinsam zwecks Experimentierens gemeinsam umzusetzen. War nicht gut? Dann das andere versuchen. War nicht gut genug? Dann verbessern.

    • muzungumike schreibt:

      Hallo Martin, ich bin einer so ein ganz bunter Paradiesvogel, mit viel licht und tiefen Schatten. Es ist Himmel und Hölle zugleich, aber es ist der harte, lange, opferreiche Weg zu dir selbst. Ich habe ihn mir selbst gewählt! Ich war es immer, Einzelkind, Querulant, „er ist ja nicht von dieser Welt, er riecht nach Kraut und Rüben, er ist ja auch von drüben…“ (HRK). Aber ich habe offene Türen, wenn mir danach ist, kann ich hinein gehen und mit der Zeit hat man gelernt den Typen zu respektieren, weil ich dabei die Bodenhaftung nicht ganz verloren habe. Ich sitze mit Nazis am Tisch zusammen, da wird nicht nur über Fußball geredet und sie hören mir zu. Ich bin zwar nicht in der Lage sie komplett zu verändern, aber zuhören ist der erste Schritt sich verändern zu wollen. Gestern hat mir einer von ihnen sein liebling lied von Handy vorgespielt, du kommst nicht drauf… „Heute hier morgen dort“ und wir sangen es a cappella in der Kneipe und haben Applaus bekommen. Es sind sehr kleine Schritte, aber es muß eben jemand den Ersten wagen!
      Ich hatte es schon geschrieben, ich habe so meine Bedenken mit der jetzigen Bewegung, Aktion, Aktion… kurze post zu Aktion und sonst Schweigen im Walde. es gibt nicht einmal fünf, die momentan zum Nachdenken anregen. Die meisten Beiträge dazu sind fast von mir. Neuerdings gibt es ab und zu mal eine Reaktion drauf, also ein kleiner Anfang. sicherlich wäre es was anderes, wen ich ständig in Leipzig wär, nur die kraft habe ich nicht. Das ist auch der Grund warum ich u.a. bei n-1 die Aufgabe angehen will, also vor ihrer Haustür. Habe übrigen heute von Uwe Jessen eine wunderbare mail erhalten (erste Reaktion).

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