Wer einmal lügt …

Nun scheint die Welt gänzlich verrückt zu spielen. Der Weltgendarm traut sich nicht oder wie kann man Schlagzeilen wie „Verspielt Obama die Glaubwürdigkeit der USA?“ sonst werten. Gehen wir mal einige Jahre zurück. Wer war nicht beeindruckt von der Amtseinführung Barack Obamas als erster farbiger Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika? „Heute Nacht haben wir einmal mehr bewiesen, dass die eigentliche Stärke unserer Nation nicht von der Macht unserer Waffen oder unserem Reichtum abhängt, sondern von der andauernden Kraft unserer Ideale: Demokratie, Freiheit, Entfaltungsmöglichkeiten und nicht enden wollende Hoffnung.“ (Zitat aus der Antrittsrede Barack Obama 2008) Er hat eine neue Farbe ins Spiel der Macht gebracht – schwarz! Heute, tief geschüttelt durch all die Pannen und Pleiten, ist er mehr Schatten seiner selbst oder der Schein ist gänzlich verflogen und übrig geblieben ist nur eine Marionette der radikalsten Machtkämpfe dieser Welt. Die Glaubwürdigkeit kann er nicht mehr verspielen.

Vor jeden Krieg stirbt ganz leise als Erstes die Wahrheit. Und wir sollen all den neulichen Enthüllungen Glauben schenken? Meist sind es doch diejenigen, die eine Grenze festlegen, die sie als Erste versuchen zu umgehen. Aber das sind wir ja schon gewohnt. Was mich vielmehr an dieser Tatsachen schockiert ist, das wir Krieg wieder als legitimes Mittel der Erreichung von Zielen hinnehmen und medien-technisch, den starken Mann herausfordern, endlich seine Pflicht zu tun. Haben wir noch alle beisammen? Wie kann zum Beispiel eine mandatierte Persönlichkeit eines Staates allen Ernstes als aller Erstes anderen das Recht, egal aus welchen politischen Erwägungen heraus, absprechen, sich gegen einen bewaffneten Eingriff einzusetzen? Haben wir es vergessen, was Krieg wirklich bedeutet? Wir gehören einer Generation an, die es nicht mehr am eigenen Leib erfahren hat, gut. Trotzdem sollten wir begreifen, es geht hier um Leben und Tod von Menschen, egal ob er eine Uniform trägt oder nicht, ob er Mann, Kind, Frau oder Greis ist. Die Illusion, einen sauberen Krieg führen zu können, und den scheint ja das Pentagon anzustreben, ist mindestens seit Kuweit begraben. Rechnet man die Umstand hinzu, das von Seiten der Westmächte in den letzten Kriegen radioaktive Munition verwendet wurde, verwendet wird und es kein Anzeichen gibt, das diese nicht auch diesmal zum Einsatz kommen würde, muß konstatiert werden, das mit den Ende der bewaffneten Auseinandersetzungen, das Siechen und Sterben auf beiden Seiten kein Ende hat. Es macht doch am Ende keinen Unterschied für die Betroffenen mehr, ob dieser Krieg mit oder ohne Mandat der UNO geführt worden ist. Dies macht weder wieder jemanden lebendig, noch wird er deshalb schneller genesen. Auf diesen Umstand, wie wenig wir uns mit dem heutigen Geschehen kritisch auseinandersetzen, bin ich auf Grund einer Diskussion vor einer Woche gestoßen, als wir über ein an sich wesentlich harmloseres Thema, Homosexualität in Rußland, stritten. Wir haben alle, wenn es um andere geht, ganz schnell eine Patentlösung parat und verkennen dabei, das wir nicht in dessen Haut stecken. Wir versuchen, getreu unseren Wertvorstellungen etwas Gutes tun zu wollen, ohne Rücksicht auf Verluste zu missionieren. Dabei möchten wir das unsere Souveränität gewahrt bleibt. Warum billigen wir das nicht auch den Anderen zu? Sicherlich ist dieser Giftgasanschlag, egal wer ihn verübt hat, heftig zu kritisieren. Aber aus diesem Grund weitere Opfer, getreu dem Motto, „halte auch die andere Wange hin“, zu fordern, ist weder humanistisch noch zeitgemäß. Gerade hier stellt sich die Frage, wer hat den Guerillakrieg, der uns als Bürgerkrieg vermittelt werden soll, denn über die letzten Jahre durch Waffenlieferungen überhaupt erst in seiner Grausamkeit möglich gemacht. Sind es nicht die gleichen Leute, die heute eine schärfere Gangart fordern? Geht es denn überhaupt um Demokratie, Mitbestimmung, wenn diejenigen, die sie dort fordern,  sie im eigenen Land mit Füßen treten? Die Hoffnung an ein friedliches Jahrtausend und ein neues Zeitalter der Menschheit hat nur  1 und 3/4 Jahr gehalten. Oder ist sie nur eine Illusion und sollten wir getreu dem Slogan, „Genieße den Krieg, der Frieden wird grausam sein“, uns auf Partys vergnügen, wenn anderswo Meschen für unseren Wohlstand das Leben durch Krieg und Hunger verlieren? Halten wir an diesen Glauben wie ein Ertrinkender, der sich an ein Strohhalm klammert, fest, wohl wissend das dieses Kartenhaus früher oder später über uns zusammenbrichen wird, weil wir unfähig geworden sind, eigene Entscheidungen zu treffen? Sind wir von unseren Wurzel schon so weit entfernt, das wir auf diese Fragen keine Antwort mehr finden? Sind wir in diesem Lügengebäude gefangen, das wir selbst den Ausgang nicht mehr finden…

Gedanken zum Weltfriedenstag

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Über muzungumike

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