Alternativen für eine selbstbestimmte Gesellschaft – können wir und was können wir dazu aus den Vorgängen in der Ukraine lernen? – Mein Kommentar

Als Erstes möchte ich mich noch einmal für dieses Forum bedanken. Ich, lebe in Deutschland, und habe zu vielen slavischen Bürgern (von Bulgarien bis Rußland) hier und einigen ukrainischen Bürger dort gute und lange freundschaftliche Verbindungen. Ich bemühe mich die Sprachen zu erlernen. Auf Euch aufmerksam geworden bin ich vor etwa einem halben Jahr und seit dem verfolge ich Eure Beiträge regelmäßig. Sie decken sich mit vielen Erkenntnissen und Erfahrungen, die ich selbst teilweise gemacht oder aus der Geschichtsbüchern gewonnen habe. Diese sind mit wichtiger als die Informationen, die mir die Medien anbieten. Gestern habe ich bei fb erstmals mich an der Diskussion beteiligt. Ich schreibe selbst, so weit die Zeit es mir erlaubt, auch ein wenig. Da beschäftigt mich dieses Thema, wo wollen wir hin, verständlicher Weise als Vater und Großvater, sehr, weil ich auch mit meinen Kindern darüber rede, woher und wohin. An vielen Stellen kommt nicht erst seit den schlimmen Vorgängen in der Ukraine immer häufiger die Frage auf, das wir vor einer Zäsur stehen. Wenn ich in der Ukraine bin und sie mir sagen, wie schön es sein würde, wenn sie so wie wir leben könnten, verstehe ich diese Hoffnung, da viele von ihnen seit ihrer Kindheit ohne eine echte Chance auf ein gesichertes Leben, von einen Tag in den anderen zu leben gezwungen sind und Europa als ihre Rettung betrachten. Dieser Sachverhalt hat vor reichlich 10 Jahren zur orangenen Revolution wie heute zum Bürgerkrieg geführt. Wenn ich von meinem Alltag hier im Osten Deutschlands erzähle und das gerade auch der Westen durch seine Einflußnahme auf souveräne Entscheidungen der Ukraine, nicht erst seit dem Maidan, eine der Ursachen für jahrzehntelange Stagnation sind, sehe ich oft ungläubige Gesichter. Ich habe vor reichlich 25 Jahren das Ende der DDR erlebt, die Zerstörung vieler Existenzen. Wir haben aber nur das System verändert, wir haben die eine Hegemonie nur durch die andere ersetzt. Vom Erlernen des aufrechten Ganges, was viele auf ihren Losungen trugen, sind wir heute wahrscheinlich weiter entfernt, als zu den Tagen der Montagsdemonstrationen. Aus dieser Enttäuschung und der Überflüssigkeit ist auch hier viel Gewalt entstanden, der sich nicht zuletzt wöchentlich in und um die Fußballstadien widerspiegelt. Heute stehen die Politiker, die sich für die Besseren hielten, vor der gleichen Tatsache, nur die Bedingungen haben sich weiter verschärft. Egal wo man hinsieht, überall wo man versucht Menschen ohne Kenntnis ihrer Geschichte, ihrer Traditionen auf ihren marktwirtschaftlichen Wert zu begrenzen, werden früher oder später Konflikte entstehen. Die Medaille hat immer zwei Seiten und so bin ich davon überzeugt, das es keinen Erlöser im eigentlichen Sinn gibt, wenn wir für uns selbst diese Aufgabe nicht übernehmen. Es ist nicht so, das die jetzige Situation bedenklicher ist, nur wie wir damit umgehen. Wir müssen begreifen, das wir alle dazu beigetragen haben. Das Glas ist aber halb voll, weil es gibt genügend Bewegungen und Organisationen, die auf der Suche nach einer Alternative sind. Es ist nur verständlich, das dieser Konflikt auch teilweise mit Gewalt ausgetragen wird. Andererseits werden wir auch nicht in dem Zustand einer 100%-Gutmenschenrepublik gelangen. Heute muß es uns gelingen und selbst da stehen die Zeichen besser als vor 70 Jahren, diesen Prozeß mit möglichst wenig Gewalt zu beschreiten. Nicht zu Letzt ist die Eindämmung dieses Konfliktes auch durch die objektive Berichterstattung der vielen Internetportale entstanden, da immer mehr Menschen berechtigte Zweifel an der offiziellen Berichterstattung haben. Die Friedensverhandlungen in Minsk sehe ich als kleinen Etappensieg der Vernunft auf den Weg in eine menschlichere Zukunft. Dazu gehört aber auch, das man in letzter Konsequenz, bei allem Leid, ich halte viele nicht für Abenteurer, sie vertreten ihr Weltbild oder das ihnen eingetrichtert wurde konsequent. Schlimm dabei ist, das wir unaufhörlich manipuliert werden. Wie viele erst nach dem 2. Weltkrieg begriffen, welcher Lüge sie aufgesessen waren, die sie mit ihrem Leben glaubten verteidigen zu müssen. Dies ist mir gerade vor wenigen Wochen in der Westukraine wieder sehr deutlich geworden. Aber dafür gibt es selbst in der griechischem Mythologie bei den Irrfahrten des Odysseus mit die Sirenen ein passendes Bild. Wir sind selbst verpflichtet und können am Ende niemanden den Vorwurf machen, für uns zu entscheiden, was wir für richtig halten und welchen Weg wir beschreiten wollen. Aber dies ist ein mühevoller Weg und wir müssen auch Verständnis haben, das ihn nicht jeder zu jeder Zeit zu gehen bereit ist. Wer zur Quelle vordringen will, muß gegen den Strom schwimmen. Damit will ich sagen, das meistens der kürzere, bequemere Pfad am Ende der ist, der uns am wenigsten vorwärts gebracht hat. Unter heutigen Umständen in der modernen Welt, mit all seinen Verlockungen vom „Apfel der Wahrheit zu essen“, fällt die Entscheidung nicht leicht. Ich glaube in dieser Beziehung nicht nur aus wirtschaftlichen Aspekten heraus, gibt es für uns als Europäer viele Dinge, die wir so zusagen noch bei den Russen und Ukrainern finden, die für uns wichtig werden und damit auch einen wesentlichen Betrag zu Verbesserung der Umwelt darstellen. Rußland ist nicht das non plus ultra und hat wie jedes andere Land große Aufgaben zu lösen, die nicht nur in der Bewältigung der Wirtschaftskrise liegen. Aber wie kein anderes Land hat es, nach dem Zerfall der Sowjetunion, in einem relativ kurzen Zeitraum eine schwere Entwicklung durchlebt, die ihnen die Einsicht ermöglichte, das einer multipolaren Welt die Zukunft gehören wird, die sie konsequent vertreten. Wie sie dann mal aussehen wird, werden die Protagonisten der Zukunft, unsere Kinder entscheiden. Darauf müssen WIR sie vorbereiten, niemand anderes. Die Zukunft beginnt jetzt!

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