Küchenprojekt Baraka Primary School in Mto Wa Mbu, Tansania Stand 2015 – Entwicklungshilfe 3.0

Es ist mir heute fast ein inneres Bedürfnis von der Fortsetzung der Schulpatenschaft zwischen Jambo e. V. und der Baraka Schule in Tansania zu berichten. Seit dem letzten Bericht ist einige Zeit ins Land gegangen und einige werden sicherlich schon gefragt haben, was ist aus diesem Projekt geworden. Als meine Freunde vor vier Jahren von meiner Beteiligung an diesem Vorhaben hörten, waren nicht wenige aus verschiedenen, sicherlich berechtigten, Gründen skeptisch. Ich hatte selbst keine schwerwiegenden Erfahrungen gesammelt, die mich davon abhielten, den Bau des „Dinnerbuild“ wie es dort genannt wird, fachlich nicht zu betreuen. Vor drei Jahren war es der erste schöne Augenblick, als ich feststellen konnte, das trotz 7.000 km Distanz und vieler Unterschiede wir global an einem Projekt zusammenarbeiten und  sich die Konturen des zukünftigen Gebäudes schon abzeichneten. Heute kann man es selbst aus dieser Entfernung mit Hilfe von google sehen. Das, was da so in der Sonne glänzt, ist unser Schulgebäude, besser gesagt die Küche mit Speiseraum, das Refektorium. Im Gegensatz zu hiesigen Praktiken wird der Kostenplan peinlichst genau eingehalten. Die geplanten Baukosten in Höhe von 13.200 € sind nur um 1.800 € gestiegen. Die Ursachen sind die Preissteigerungen in den letzten Jahre und die zusätzlich eingefügte Unterhangdecke, die gerade fertiggestellt wurde und aus hygenischen Gründen zusätzlich aufgenommen wurde. Nun ist der größte Teil verbaut und wir stehen kurz vor der Fertigstellung des Gebäudes. Für ein so direkt gefördertes Projekt ist es sehr schwierig Spender zu finden. Ich habe es selbst erlebt. „Es ist toll, was ihr da macht“ habe ich oft gehört, aber eine aktive Unterstützung habe ich selten erfahren. Auch der Verein hat diese Erfahrung gemacht. Trotzdem hat der Verein Menschen in Deutschland gefunden, die mit ihrer selbstlosen Spende dazu beigetragen haben, das dieser Stand erreicht worden ist. Einen ganz besonderen Dank geht an die Schüler der Arbeitsgemeinschaft des Gymnasiums die mit den „Tag für Afrika“ in den zurückliegenden vier Jahren fast ein Viertel der Bausumme erarbeitet haben. In Zeiten, wo wir von einer Flüchtlingswelle heimgesucht werden, dessen Ursachen nicht zuletzt in unseren imperialen Ansichten über die „Dritte Welt“ und der daraus folgenden Handlungen zu suchen sind, sind solche Ereignisse wie in Mto Wa Mbu oder in Kilifí kleine Hoffnungsschimmer für eine bessere Zukunft. Die Zukunft liegt nicht im Warten auf eine bessere Politik, sondern in Ergreifen kleiner Möglichkeiten die Welt zu verändern, um Mahatma Ghandi mal anders zu interpretieren.

Dieses Ergebnis konnte nur möglich werden, weil der Verein in seiner unmittelbaren Umgebung aktiv arbeitet und so Informationen aus erster Quelle zur Verfügung stellt. Durch Vorträge zum Thema Afrika und dem jährlich durchgeführten „Tag für Afrika“ der von der Arbeitsgemeinschaft der Schule gemeinsam vorbereitet wird, werden die Grundlagen für eine erfolgreiche Schulpartnerschaft gelegt.

Das diese Aussicht nicht nur ein Ausdruck der Hoffnung ist, belegen die Ergebnisse, die solche Initiativen vorweisen können. Selbst der Schulleiter hat sich noch einmal auf die Schulbank gesetzt, um seinen Schülern ein besser Lehrer zu sein. In diesem Jahr verlassen die ersten Kinder die Schule, seitdem diese Zusammenarbeit existiert und damit in den Genuß der Unterstützung durch die Partnerschule in Deutschland, dem Gymnasium Taunusstein, und dem Verein Jambo e. V. gekommen sind. Neben dem Bau des Küchengebäudes wurden viele materielle Spenden übergeben und 6 Kinder unterstützt, damit sie eine weiterführende Ausbildung antreten konnten. In diesem Jahr kann ein Schüler ab Herbst ein Studium aufnehmen, da er alle bisherigen Kurse und Prüfungen mit sehr guten Ergebnissen absolviert hat. Er möchte Lehrer für Naturwissenschaften werden und dann sein Wissen an andere Kinder weitergeben. Sechs weiteren Kindern kann durch die Spenden aus Deutschland die fortführende Ausbildung auf einer Secondary School ermöglicht werden. Ein Weg der für einen gewöhnlichen Massai nur ein Traum darstellt, da seine Eltern die Ausbildung nicht finanzieren könnten. Auch der Lebensweg von Herrn Abdallah Hassan Noah belegt deutlich wie wichtig die Unterstützung solcher Vorhaben ist. Er hat schon das Verputzen des Speiseraumes unterstützt und gleichzeitig die Errichtung einer Bibliothek und der schon errichteten Toilettenhäuschen mit organisiert. Viele kleine Projekte können am Ende was Großes bewirken.

Doch mit der Errichtung des Gebäudes ist das Vorhaben noch nicht abgeschlossen. Es stehen noch der Einbau der Fenster und Türen, einschließlich der notwendigen Vergitterungen und Möblierung aus, die ca. 3000 € noch benötigen. Wer diese Vorhaben unterstützen möchte, kann sich jederzeit an den Verein Jambo e. V., Verein zur Förderung von Projektpatenschaften in Afrika, wenden, damit das Gebäude umgehend seiner Bestimmung zugeführt werden kann.

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Eine Antwort zu Küchenprojekt Baraka Primary School in Mto Wa Mbu, Tansania Stand 2015 – Entwicklungshilfe 3.0

  1. Anonymous schreibt:

    Vielen lieben Dank für Deinen ausführlichen Bericht und die tolle Fotoanimation über den Baufortschritt. Wir hoffen bald fertig zu werden!

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